Wie du ein WordPress-Child-Theme erstellst

ChatGPT erklärt 😀

Wenn du WordPress nutzt, bist du bestimmt schon einmal über den Begriff Child-Theme gestolpert. Viele Anfänger wissen erst einmal nicht, was sich dahinter verbirgt, ob man es wirklich braucht und wie man überhaupt damit arbeitet. Vielleicht geht es dir genauso. Die gute Nachricht ist: Ein Child-Theme zu erstellen ist viel einfacher, als es am Anfang klingt und du musst dafür kein Profi sein.

In diesem ausführlichen, leicht verständlichen Artikel zeige ich dir:

  • was ein Child-Theme eigentlich ist
  • warum es für dich extrem wichtig ist
  • wie du ein Child-Theme Schritt für Schritt erstellst
  • welche Methoden es gibt (mit und ohne Code)
  • wie du typische Fehler vermeidest
  • wie du damit sicher und update-fest an deinem Blog arbeitest

Am Ende wirst du genau verstehen, wie Child-Themes funktionieren und wie du dein WordPress sauber und professionell anpasst.

1. Was ist ein Child-Theme – und warum brauchst du es?

Ein Child-Theme ist ein WordPress-Theme, das auf einem anderen Theme basiert – dem sogenannten Parent-Theme.
Das Child-Theme erbt alle Funktionen, Designs und Strukturen des Parent-Themes, kann aber zusätzlich eigene Anpassungen enthalten.

🔍 Warum ist das so wichtig?

Wenn du Anpassungen direkt im Parent-Theme machst – also in Dateien wie functions.php, header.php oder style.css – passiert bei einem Update Folgendes:

➡️ Alle deine Änderungen werden überschrieben.
➡️ Sie sind unwiederbringlich weg.
➡️ Du musst alles neu machen.

Ein Child-Theme schützt dich genau davor.

📌 Kurz gesagt:

  • Parent-Theme = Original
  • Child-Theme = deine persönlichen Anpassungen
  • Updates = nur Parent-Theme wird aktualisiert
  • Deine Änderungen bleiben sicher gespeichert

Ein Child-Theme ist daher der sicherste Weg, WordPress zu individualisieren – egal ob du Farben ändern, Funktionen ergänzen oder Meta-Tags einbauen willst.

2. Wann lohnt sich ein Child-Theme wirklich?

Viele denken, ein Child-Theme sei nur etwas für Entwickler. Das stimmt aber nicht.
Es lohnt sich für jeden, der irgendetwas am Theme verändern möchte.

✔️ Du brauchst ein Child-Theme, wenn du …

  • CSS dauerhaft anpassen möchtest
  • eigene Funktionen über die functions.php einbauen willst
  • Meta Descriptions oder SEO-Tags automatisch erzeugen willst
  • das Layout verändern willst (Header, Footer, Blogseite, etc.)
  • Teile des Parent-Themes überschreiben möchtest

❌ Du brauchst kein Child-Theme, wenn du …

  • ausschließlich mit dem Customizer arbeitest
  • nur Farben oder Schriftarten ohne CSS änderst
  • ein Baukasten-Theme nutzt, das alles visuell löst (z. B. Divi, Elementor-Pro-Themes)

Aber selbst dann ist ein Child-Theme oft ein Vorteil.

3. Voraussetzungen – das brauchst du

Zum Erstellen eines Child-Themes benötigst du:

  • eine funktionierende WordPress-Installation
  • ein Parent-Theme (z. B. Astra, GeneratePress, Twenty Twenty-Five)
  • Zugriff auf Theme-Dateien:
    • per FTP
    • per Webhosting-Dateimanager
    • oder per Terminal (SSH)

Keine Sorge: Ich zeige dir gleich mehrere Methoden und natürlich auch eine Lösung ohne Code, wenn du es ganz einfach willst.

4. Child-Theme erstellen – die drei möglichen Wege

Es gibt drei Methoden:

  1. Für absolute Anfänger: Plugin (am einfachsten)
  2. Für leicht Fortgeschrittene: Dateien über FTP anlegen
  3. Für Profis: Linux/SSH-Konsole nutzen

Ich erkläre alle drei Varianten. Beginnen wir mit der einfachsten.

Methode A: Das Child-Theme per Plugin erstellen (super einfach)

Diese Methode ist perfekt, wenn du dich mit Dateien und Servern nicht gut auskennst.

🧩 Das beste Plugin dafür:

👉 Child Theme Configurator

Es ist kostenlos und wird millionenfach verwendet.

So geht es:

  1. In WordPress-Backend einloggen
  2. Plugins → Installieren
  3. „Child Theme Configurator“ suchen
  4. Installieren & aktivieren
  5. Werkzeuge → Child Themes öffnen
  6. Parent-Theme auswählen (z. B. Astra)
  7. Auf „Child Theme erstellen“ klicken

Nach wenigen Sekunden ist dein Child-Theme fertig.

✔️ Vorteile dieser Methode

  • absolut anfängertauglich
  • kein Code notwendig
  • sicher und zuverlässig
  • erstellt alle Dateien automatisch

❗ Einziger Nachteil

Du lernst nicht wirklich, wie ein Child-Theme aufgebaut ist – aber das ist okay.

Methode B: Child-Theme manuell über FTP erstellen

Diese Methode ist ideal, wenn du lernen willst, wie Themes technisch aufgebaut sind.

Schritt 1: Ordner anlegen

Wechsle per FTP oder Dateimanager in:

/wp-content/themes/

Erstelle einen neuen Ordner, z. B.:

astra-child

Schritt 2: style.css anlegen

In diesem Ordner erstellst du die Datei:

style.css

Inhalt:

/*
 Theme Name: Astra Child
 Template: astra
 Author: Dein Name
 Version: 1.0.0
*/

Wichtig:

  • Template muss exakt dem Ordnernamen des Parent-Themes entsprechen
  • Groß-/Kleinschreibung beachten

Schritt 3: functions.php anlegen

Erstelle die Datei:

functions.php

Inhalt:

<?php
// Parent Styles laden
add_action('wp_enqueue_scripts', function() {
    wp_enqueue_style('parent-style', get_template_directory_uri() . '/style.css');
});

Damit werden die CSS-Stile des Hauptthemes geladen.

Methode C: Child-Theme per Terminal (SSH) erstellen

Sie ist technisch, aber sehr mächtig.

Ordner erstellen:

sudo mkdir /var/www/wordpress/wp-content/themes/astra-child

style.css erstellen:

sudo nano /var/www/wordpress/wp-content/themes/astra-child/style.css

Inhalt wie oben.

functions.php erstellen:

sudo nano /var/www/wordpress/wp-content/themes/astra-child/functions.php

Inhalt:

<?php
add_action('wp_enqueue_scripts', function() {
    wp_enqueue_style('parent-style', get_template_directory_uri() . '/style.css');
});

Berechtigungen setzen:

sudo chown -R www-data:www-data /var/www/wordpress/wp-content/themes/astra-child
sudo chmod -R 755 /var/www/wordpress/wp-content/themes/astra-child

5. Child-Theme in WordPress aktivieren

Egal, welche Methode du verwendet hast:

  1. WordPress-Dashboard öffnen
  2. Design → Themes
  3. Dein Child-Theme auswählen
  4. Aktivieren

Fertig!
Ab diesem Moment arbeitet dein Blog mit deinem neuen Child-Theme.

6. Was du jetzt mit deinem Child-Theme machen kannst

Ein Child-Theme ist die Grundlage für jede Art von Anpassung.

Hier die wichtigsten Dinge, die du als Anfänger damit machen kannst:

A) CSS anpassen (sehr einfach)

Öffne die Datei:

style.css

und füge eigenen Code hinzu, z. B.:

body {
    font-family: Arial, sans-serif;
}

h1 {
    color: #1a4fff;
}

Deine Änderungen bleiben bei Updates sicher.

B) Funktionen ergänzen

Dazu nutzt du die Datei:

functions.php

Beispiele:

▶️ Google Fonts lokal laden

▶️ Meta-Descriptions automatisch erzeugen

▶️ Kategorien im Menü anzeigen

▶️ Cookie-Hinweise erweitern

Der Vorteil:

➡️ Alles bleibt update-sicher
➡️ Du veränderst niemals das Parent-Theme

C) Template-Dateien überschreiben

Wenn du z. B. das Layout eines Blogartikels ändern willst:

  1. Datei aus dem Parent-Theme kopieren
  2. Im Child-Theme denselben Ordner + Datei anlegen
  3. Datei bearbeiten

Beispiele:

  • header.php → Kopfbereich ändern
  • footer.php → Footer anpassen
  • single.php → Blogartikel-Layout anpassen

WordPress lädt immer die Datei aus dem Child-Theme zuerst.

7. Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

❌ Fehler 1: Template-Name falsch

Wenn dein Parent-Theme „astra“ heißt, darfst du nicht „Astra“ oder „Astra Theme“ eintragen.

❌ Fehler 2: Parent-Theme wird nicht geladen

Häufig fehlt in der functions.php der Enqueue-Code.

❌ Fehler 3: Falsche Berechtigungen

Gerade bei Root-Servern wichtig.

❌ Fehler 4: Änderungen im Parent-Theme statt im Child-Theme

Immer im Child-Theme arbeiten.

8. Brauchst du trotzdem ein SEO-Plugin?

Wenn du – so wie im Ausgangsartikel – automatische Meta Descriptions einbauen möchtest, ist ein Child-Theme ideal.

Aber:

SEO-Plugins wie Yoast oder RankMath bieten viel umfangreichere Funktionen.

➡️ Für einfache Blogs reicht Child-Theme + eigener Code
➡️ Für komplexe SEO solltest du ein Plugin nutzen

9. Zusammenfassung

Ein Child-Theme ist die update-sichere, professionelle Basis, um WordPress nach deinen eigenen Wünschen anzupassen.

💡 Was du heute gelernt hast:

  • Was ein Child-Theme ist
  • Warum es wichtig ist
  • Wie du es mit drei Methoden erstellst
  • Wie du CSS, Funktionen und Templates sicher überschreibst
  • Welche Fehler du vermeiden solltest

Ein Child-Theme schützt deine Arbeit, macht dich unabhängiger von Theme-Updates und öffnet dir eine riesige Welt an Möglichkeiten.

Wenn du WordPress ernsthaft nutzen möchtest – egal ob Blog, Fotoseite oder Businessseite – ist ein Child-Theme ein absolutes Muss.

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