Dan Browns „The Secret of Secrets“ ist ein klassischer Robert-Langdon-Thriller und fühlt sich von der ersten Seite an wie ein vertrautes Wiedersehen. Fans der Reihe werden sofort in das bekannte Abenteuer hineingezogen. Kurze Kapitel mit hohem Tempo und ein ständiger Wechsel der Schauplätze treiben die Handlung unaufhaltsam voran. Diesmal dient Prag als Bühne. Eine Stadt voller Geschichte, verborgener Ebenen und geheimnisvoller Orte. Zwischen alten Bibliotheken und dunklen Gassen zu unterirdischen Bunkeranlagen entfaltet sich ein Wettlauf gegen die Zeit. Erneut geht es um verborgenes Wissen, Kontrolle und Macht.

Besonders gelungen ist wieder die Detailtiefe und Recherche. Dabei werden Kunst undArchitektur mit historische Mythen sorgfältig eingebunden und vermitteln ein authentisches Gefühl für die Epoche und die Schauplätze. Für Fans der Buchreihe werden sich sofort wieder finden. Es warten wieder die vertrauten Elemente wie die Kombination aus Symbolik, Verfolgung und Entschlüsselung klassischer Rätsel. Die Geschichte kann zudem eigenständig gelesen werden, ohne dass Vorkenntnisse aus den vorherigen Romanen notwendig sind. Für Leser, die Spannung mit Abenteuer und historische Mysterien lieben, bietet der Roman ein temporeiches Erlebnis, das durch Cliffhanger und wechselnde Perspektiven kaum ein Nachlassen kennt.
Allerdings zeigt das Buch auch deutliche Schwächen. Viele Figuren bleiben flach und stereotyp. Unser Protagonist wirkt weniger interessant als in früheren Romanen, während Sidekicks und Antagonisten oft eindimensional oder sogar „cartoonhaft“ erscheinen. Zudem leidet der Lesefluss unter langatmigen Passagen, die sich wie ausgedehnte Informationsblöcke zu Kunst, Spiritualität oder Popkultur lesen. Auffällig ist außerdem die zunehmende Verschiebung in Richtung Techno-Thriller. Moderne Wissenschaft und Technologie nehmen einen immer größeren Raum ein. Dadurch rückt die klassische historische Spannung, die lange das Markenzeichen der Reihe war, etwas in den Hintergrund. Die bekannte Dan-Brown-Formel – ein Held gerät in ein Mysterium, entschlüsselt Hinweise und entlarvt schließlich den Gegenspieler – bleibt klar erkennbar und wirkt in ihrer Wiederholung vorhersehbar. Die Wendungen und Enthüllungen folgen vertrauten Mustern, was den Überraschungseffekt spürbar mindert. In einigen Szenen erfordert der Roman zudem eine starke Aussetzung des Unglaubens, was insbesondere für kritischere Leser unrealistisch wirken kann.
Insgesamt bietet dieses Werk bewährte Unterhaltung. Das Buch ist spannend sowie unterhaltsam und perfekt für Gelegenheitsleser oder alle, die ein klassisches Abenteuer genießen möchten.Wer jedoch tiefere Charakterentwicklung, originelle Wendungen oder strenge historische Genauigkeit erwartet, wird teilweise enttäuscht sein. Die Kombination aus vertrauten Motiven, sorgfältig recherchierten Schauplätzen und einem dynamischen Erzählfluss sorgt für fesselnde Unterhaltung. Auch wenn die Originalität und Figurenzeichnungbleiben etwas schwächer und farbloser bleiben.
Ein klassischer Dan-Brown-Thriller. Er unterhält mit Tempo und cleveren Rätseln. Das Buch bietet eine kurzweilige Flucht aus dem Alltag. Mir hat es trotz kleiner Schwächen gut gefallen.
Buchinformation
The Secret of Secrets
Dan Brown
Lübbe
2025
ca. 800 Seiten
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