Wanderung zur Enzianhütte über den Mareschsteig

Wir hatten schon lange mit Freunden eine gemeinsame Wanderung geplant. Der Termin stand also bereits fest und auch das Wetter versprach sonnig zu werden. Deshalb hieß es für uns früh aufstehen. Geplant war eine gemütliche Wanderung zur Enzianhütte und geworden ist es eine 20-Kilometer-Tour über einen völlig anderen Steig als gedacht.

Wir fuhren über die noch sehr leere Autobahn bis zur Abfahrt Alland. Von dort ging der Weg über Pernitz bis nach Muggendorf. Unterwegs kamen wir noch am Ausgangspunkt der Myrafälle vorbei und fuhren schließlich bis zum Parkplatz in Thal. Dort trafen wir unsere Freunde. Die Strecke ab Alland bis hierher ist wirklich sehr kurvig, führt aber durch eine tolle Landschaft. Nach dieser gefühlt langen Autofahrt freuten wir uns nun umso mehr auf die Wanderung.

Wir packten unsere Sachen und besprachen kurz, welche Route wir gehen wollten. Ich hatte mir die Strecke im Vorfeld angesehen und war überzeugt, dass sie gut machbar ist. Wie sich später herausstellten sollte, war dieser Plan etwas fehlerhaft. Wir entschieden uns für den Aufstieg über den Matrassteig und den Abstieg über den Enziansteig. Also eine gemütliche Wanderung zur Enzianhütte mit anschließendem Mittagessen.

Zunächst gingen wir die Straße hinunter und von dort folgten wir dem Atzbach. Gemütlich plaudernd wanderten wir auf der Straße dahin, begleitet vom leisen Bachrauschen. Am nächsten Parkplatz gingen wir einfach geradeaus weiter und folgten anschließend den gelb-weißen Markierungen in Richtung Mareschsteig. Bald kamen wir zu einem urigen Bauernhof und von hier aus geht es in den Wald. Schon bald wurde der Anstieg deutlich steiler.

Es war durchaus anspruchsvoll, doch nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den Kamm. Von dort ging es im Wald auf einem teilweise schmalen, aber gut markierten Pfad weiter. Ein traumhafter, stellenweise etwas ausgesetzter Abschnitt, gesäumt von zahlreichen Schneerosen. Dazwischen erhaschte man immer wieder schöne Ausblicke auf die bewaldete und hügelige Umgebung. Ab und zu tröpfelte es und somit war das Wetter leider nicht ganz so wie erhofft.

Hier wurde uns schließlich klar: Wir waren falsch unterwegs. Das war mir ehrlich gesagt noch nie passiert – ich hatte die Steige verwechselt und war dem falschen gefolgt. Statt des Matrassteigs waren wir auf dem Mareschsteig gelandet. Diese Route gilt als mittelschwer und verlängert die gesamte Gehzeit doch deutlich. So wurde aus der geplanten Halbtagestour eine Tageswanderung. Zwei so ähnlich klingende Namen – damit hatte ich echt nicht gerechnet.

Wir wanderten über den eindrucksvollen Kammzug bis zu einer Abzweigung, wo der andere Weg zum Geißruckgipfel abzweigt. Wir folgten jedoch weiter unserem Pfad zur Enzianhütte. Ab hier wurde es noch einmal deutlich steiler und wir nahmen die letzten Meter zum Ziel in Angriff. Bereits hier kamen uns auch einige Wanderer entgegen. Nach gut 20 Minuten hatten wir es geschafft. Das Essen hatten wir uns definitiv verdient und der Hunger war inzwischen auch groß.

Mit der Enzianhütte am Kieneck erreichten wir einen wichtigen Knotenpunkt, der mehrere Wanderstrecken verbindet. Trotz des wechselhaften Wetters war die Hütte fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir fanden dennoch einen windgeschützten Platz. Dort machten wir es uns gemütlich und ließen uns das hervorragende Essen schmecken. Meine Bärlauchlaibchen waren richtig gut und besonders die Topfenknödel mit Erdbeersoße als Nachspeise waren ein Traum. Dazu bot sich ein grandioser Blick auf den Schneeberg, dessen schneebedeckter Gipfel sich strahlend am Horizont abhob.

Nach dieser ausgiebigen Rast brachen wir gut gestärkt wieder auf. Bald erreichten wir die Abzweigung zum Matrassteig, den wir ursprünglich geplant hatten. Der Weg führte uns jedoch bergab. Mit herrlichen Ausblicken führte uns der abwechslungsreiche Pfad weiter, bis wir schließlich auf die blau-weiße Markierung wechselten. Der Enziansteig entpuppte sich als echtes Highlight. Ein schmaler und wunderschöner Pfad durch einen fast märchenhaften Wald. Kurz vor dem Parkplatz ging es noch einmal ordentlich bergab, bevor wir wieder unser Auto erreichten.

Am Ende standen rund 20 Kilometer auf unserer Tour. Also deutlich mehr als geplant, aber es hatte sich wirklich gelohnt. Trotz des Umwegs wurde daraus eine unvergessliche Wanderung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Müde, aber rundum zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander und traten glücklich die Heimreise an.

Info: Hier mehr zur Wanderung auf das Kienck über den Mareschsteig

Lokal: Enzianhütte


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