Ein Besuch der Seegrotte Hinterbrühl und eine Bootsfahrt

#Teil 1 des Ausflugs nach Mödling – Die Seegrotte Hinterbrühl

Was macht man an einem heißen Sommertag, wenn die Temperaturen wieder einmal Richtung 40 Grad steigen? Man sucht sich einen Ort, an dem man der Hitze für einige Stunden entkommen kann. Genau deshalb führte mich mein Weg diesmal nach Hinterbrühl zur Seegrotte. Dort erwarten einen angenehme 9 bis 10 Grad und der größte unterirdische See Europas. Es ist eine spannende Reise durch Bergbau und Geschichte.

Da ich unbedingt bei der ersten Führung des Tages dabei sein wollte, klingelte der Wecker etwas früher als sonst. Mein Zeitplan war allerdings etwas großzügig geplant und so konnte ich ganz gemütlich frühstücken. Danach machte ich mich über die Autobahn auf den Weg Richtung Mödling. Bei Alland verließ ich die Autobahn und fuhr über eine Landstraße weiter nach Hinterbrühl. Schon die Anfahrt durch die schöne Landschaft machte richtig Freude.

An der Seegrotte angekommen, war ich noch etwas zu früh dran. Also stellte ich mein Auto ab und suchte mir eine Bank im Schatten. Dort konnte ich noch ein wenig entspannen, bevor der Einlass begann. Kurz darauf holte ich mein Ticket und wartete gemeinsam mit den wenigen anderen Besuchern auf den Start der Führung.

Wenig später begrüßte uns unser Guide freundlich und schon ging es hinein in den Berg. Kaum hatte man den Eingang passiert, merkte man sofort den angenehmen Temperaturunterschied. Die kühle Luft im Stollen war bei den sommerlichen Temperaturen draußen eine Wohltat. Denn wir hatten wieder eine richtig heiße Sommernacht und in der Sonne war es jetzt schon ordentlich heiß. Trotz allem sollte man die Jacke nicht vergessen oder zumindest einen Pullover mitnehmen.

Durch einen langen Stollen führte uns der Weg immer tiefer in die ehemalige Gipsmine. Dabei erfuhren wir viel über die Geschichte der Seegrotte. Über viele Jahrzehnte wurde hier Gips abgebaut und im Jahr 1912 kam es dann zu einem folgenschweren Ereignis. Nach einer Sprengung drang Wasser in die tieferen Bereiche der Mine ein und innerhalb kurzer Zeit entstand der heute bekannte unterirdische See.

Während der Führung erfuhren wir außerdem viel über die bewegte Vergangenheit der Anlage. Besonders interessant war die Nutzung der Stollen während des Zweiten Weltkriegs. In den trockenen Bereichen der ehemaligen Mine wurde damals eine unterirdische Flugzeugfabrik von Zwangsarbeitern aus dem KZ Mauthausen errichtet. Hier wurden unter anderem Teile des Düsenjägers Heinkel He 162 „Volksjäger“ gefertigt. Je weiter wir in die Seegrotte vordrangen, desto beeindruckender wurde die Szenerie. Die alten Stollen mit den gewaltigen Felswänden und die Geschichten aus vergangenen Zeiten machten den Rundgang zu einem besonderen Erlebnis.

Der Höhepunkt der Führung war schließlich der unterirdische See. Dort stiegen wir in ein kleines Boot und glitten langsam über das ruhige Wasser. Die Beleuchtung spiegelte sich auf der Oberfläche und erzeugte eine fast schon mystische Stimmung. Während der Bootsfahrt waren plötzlich alle ganz still – die Atmosphäre war einfach toll. Dazu hatte ich wirklich Glück, dass ich als Erster ins Boot stieg. Dadurch hatte ich freie Sicht und konnte während der Fahrt ungestört fotografieren.

Nach der Bootsfahrt entließ uns unser Guide und wir konnten den frei zugänglichen Bereich der Seegrotte noch in Ruhe erkunden. Ich konnte noch einige Stollen und verschiedene originale Ausstellungsstücke aus der Zeit des Bergbaus besichtigen. Auch an der Gedenktafel vom Bootsunglück von 2004 kam ich vorbei.

Bei der Barbara-Kapelle kam ich schließlich wieder heraus. Danach schaute ich mir noch den Förderturm und den Festsaal an. Das war jetzt nicht ganz so interessant, aber trotzdem ganz in Ordnung. Beim Verlassen kam mir sogar noch eine ganze Busreisegruppe entgegen.

Ein weiterer spannender Aspekt der Seegrotte Hinterbrühl ist ihre Verbindung zur Filmwelt. Die außergewöhnliche Welt unter Tage und der große See haben auch Filmschaffende begeistert. Sehr bekannt wurde die Seegrotte durch den Hollywood-Film „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 1993.

Nach dem Ende des Rundgangs kann man so auch gut nachvollziehen, warum die Seegrotte als Kulisse für Filmaufnahmen ausgewählt wurde. Die beeindruckenden Felsformationen und die besondere Beleuchtung auf dem See erzeugen eine einzigartige Stimmung. Eine solche Kombination findet man nur selten. Dadurch war die Seegrotte nicht nur ein historischer Schauplatz, sondern auch ein außergewöhnlicher Drehort.

Danach verließ ich die Seegrotte und schaute natürlich auch noch im Souvenirshop vorbei. Wieder draußen machte sich der Temperaturunterschied sofort bemerkbar. Nach den angenehmen 9 bis 10 Grad im Inneren fühlte sich die sommerliche Hitze noch intensiver an. Trotzdem war genau diese Abkühlung der Grund gewesen, warum ich mich für diesen Ausflug entschieden hatte.

Der Besuch der Seegrotte Hinterbrühl war für mich eine perfekte Kombination aus Geschichte und einem außergewöhnlichen Erlebnis. Die Mischung aus Bergbaugeschichte und Zeitgeschichte sowie die besondere Atmosphäre unter Tage machen diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Wer an heißen Sommertagen ein Ausflugsziel sucht und einmal etwas anderes erleben möchte, dem kann ich die Seegrotte Hinterbrühl auf jeden Fall empfehlen.

Doch mein Tag war noch nicht vorbei. Nach diesem faszinierenden Erlebnis hatte ich trotz der Hitze beschlossen, mir noch die etwa 30 Minuten entfernte Burg Liechtenstein anzuschauen. Was ich allerdings noch nicht wusste: Danach würde ich auch noch zum Schwarzen Turm gehen. Davon erzählte ich im zweiten Teil meines Ausflugs nach Mödling.

Hier geht es direkt zum zweiten Teil meines Ausfluges – Eine kleine Wanderung zur Burg Liechtenstein und zum Schwarzen Turm

Info: Hier mehr zur Seegrotte Hinterbrühl


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