Eine Wanderung zur Burg Liechtenstein und zum Schwarzen Turm

#Teil 2 des Ausflugs nach Mödling – Der Schwarze Turm

Nach meinem Besuch in der Seegrotte Hinterbrühl hatte ich noch Lust, etwas zu unternehmen. Die Burg Liechtenstein war nicht weit entfernt und so entschloss ich mich spontan zu einer kleinen Wanderung. Zwischen schattigen Waldwegen und historischen Bauwerken mit wunderschönen Ausblicken wartete noch ein weiteres Highlight auf mich – der Schwarze Turm oberhalb von Mödling.

Zuerst ging ich noch kurz zurück zum Auto und stillte meinen Durst. Danach machte ich mich auf den Weg zur Burg Liechtenstein. Obwohl für diesen Tag Temperaturen von bis zu 39 Grad angekündigt waren, ließ es sich am späten Vormittag noch erstaunlich gut aushalten. Direkt gegenüber vom Parkplatz begann bereits der Wanderweg. Über einige Stufen führte der Weg zunächst in den schattigen Wald hinauf. Dort folgte ich den Schildern des Hinterbrühler Rundwanderwegs.

Es war angenehm ruhig und schon nach kurzer Zeit war ich mitten in der Natur. Der Weg führte mich zunächst durch eine kleine Siedlung und anschließend wieder auf einen wunderschönen Waldpfad. Schon bald konnte ich zwischen den Bäumen die Burg Liechtenstein erkennen – ein wirklich schöner Anblick.

Bald erreichte ich die Burg und ging durch den Park bis zum Haupteingang. Der Anblick der Burg war grandios und wirkte irgendwie schon fast kitschig. Leider musste ich feststellen, dass ich die letzte Führung um zehn Minuten verpasst hatte. Eigentlich wollte ich auf die nächste Führung warten. Doch das Café gegenüber der Burg hatte geschlossen. Da ich nicht warten wollte und neugierig war, entschied ich mich, zum Schwarzen Turm zu wandern. Ein Hinweisschild hatte mich bereits zuvor darauf aufmerksam gemacht.

Der Weg vom Parkplatz der Burg Liechtenstein bis zum Schwarzen Turm führt durch einen schönen Wald und bot unterwegs immer wieder herrliche Ausblicke. Für die Strecke benötigte ich gemütlich etwa 30 Minuten.

Der Schwarze Turm selbst ist ein künstlich errichteter Aussichtsturm aus dem frühen 19. Jahrhundert und befindet sich heute auf einem Privatgrundstück. Daher kann man ihn nur von außen besichtigen. Trotzdem lohnt sich der kurze Abstecher auf jeden Fall. Schon von außen ist der Turm ein echter Blickfang und wirkt imposant.

Hinter dem Turm befinden sich die Überreste einer um 1807 erbauten Wand mit zwei Fenstern, die sogenannten Augengläser. Durch diese bietet sich ein spektakulärer Ausblick auf Mödling und die umliegende Landschaft. Von hier oben bot sich ein wunderbares Panorama, wobei der ferne Lärm von unten die Atmosphäre stimmungsvoll untermalte. Allerdings sollte man ein wenig vorsichtig sein, denn rund um den Aussichtspunkt ist es stellenweise recht felsig.

Nachdem ich die Aussicht genossen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Lokal unterhalb des Schwarzen Turms. Das kam genau im richtigen Moment, denn mittlerweile hatte ich wirklich großen Durst. Ich ging wieder beim Turm vorbei und danach ging es kurz steil bergab. Dort kamen mir auch wieder einige Leute entgegen.

Schon von Weitem wirkte das Lokal sehr gemütlich. Ich freute mich über einen schattigen Platz unter einem der Sonnenschirme und bestellte mir einen Kaffee sowie eine Cola – genau das Richtige bei diesen Temperaturen. Anschließend blieb ich fast eine Stunde sitzen und entspannte mich. Ich las in meinem E-Book und genoss die Aussicht auf Mödling. Um zwölf Uhr läuteten die Kirchenglocken und sorgten für eine besonders schöne Atmosphäre. Die Zeit verging wieder einmal wie im Flug.

Frisch gestärkt wollte ich nicht denselben Weg zurückgehen. Stattdessen entschied ich mich für eine Runde zurück zur Seegrotte Hinterbrühl. Der Weg führte mich direkt wieder zum Schwarzen Turm und weiter zu einer Anhöhe. Dort folgte ich dem Weg weiter am Rande des Kalenderberges. Immer wieder boten sich beeindruckende Ausblicke auf den Schwarzen Turm, das Aquädukt und die weitläufige Landschaft. Besonders dieser Teil der Strecke hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Später führte der Weg wieder durch einen lichten Wald. Einige Bäume spendeten zumindest zeitweise etwas Schatten. Trotzdem machte sich die Hitze inzwischen deutlich bemerkbar. Etwa auf halber Strecke hätte ich am liebsten schon wieder etwas getrunken.

Vorbei an der Kirchbergwiese und am Pfefferbüchsel kam ich schließlich wieder zu einem Wegweiser zur Seegrotte Hinterbrühl. Das Pfefferbüchsel war eine Pilgerkapelle, die im Revolutionsjahr 1848 zerstört wurde. Ab hier ging es wieder bergab und dabei verlief ich mich auch noch ein wenig. Ich war auf einem eher wenig begangenen Pfad gelandet, der zudem ziemlich schmal war. Diesem Weg folgte ich am Hang entlang und kam später wieder in der Nähe der Burg Liechtenstein heraus. So war das eigentlich nicht geplant.

Dieser schmale Waldweg wäre bei kühleren Temperaturen sicher ein Traum gewesen. An diesem heißen Tag war er allerdings doch ziemlich anstrengend und ich war erleichtert, als ich wieder auf einen vertrauten Weg stieß. So wanderte ich zurück zur Seegrotte und zum Parkplatz. Die Hitze hatte mir inzwischen doch ganz schön zugesetzt und beim Auto angekommen, musste ich erst einmal was Trinken. Anschließend verstaute ich noch meine Sachen und mein Tag war noch lange nicht zu Ende.

Mein letztes Ziel war der Ratzersdorfer See bei St. Pölten. Dort wollte ich den Tag mit einer erfrischenden Abkühlung ausklingen lassen. Vorher musste allerdings noch etwas zu essen her. Deshalb fuhr ich über Gumpoldskirchen nach Pfaffstätten.

Gumpoldskirchen gefällt mir jedes Mal aufs Neue. Die kurvenreiche Strecke mit den Weinbergen und die herrlichen Ausblicke auf die Landschaft machen die Fahrt wieder zu einem kleinen Erlebnis. In Pfaffstätten kannte ich von einem früheren Besuch mit meiner Frau bereits ein gemütliches Lokal direkt an der Straße. Dort gönnte ich mir eine gute Jause und ein Achtel Wein. Fast eine Stunde blieb ich sitzen und erholte mich von der doch recht anstrengenden Wanderung.

Anschließend machte ich mich auf den Heimweg nach St. Pölten zum Ratzersdorfer See. Dort angekommen, suchte ich mir – wie viele andere an diesem heißen Sommertag – ein schattiges Plätzchen unter einem Baum. Schließlich ließ ich den Tag mit ein paar Runden Schwimmen gemütlich ausklingen.

Es war ein abwechslungsreicher Sommertag voller Eindrücke – von der angenehmen Kühle in der Seegrotte über die aussichtsreiche Wanderung zur Burg Liechtenstein und zum Schwarzen Turm bis zum entspannten Ausklang am See. Aber bei knapp 40 Grad werde ich in Zukunft sicher nicht mehr wandern gehen. Trotzdem war es ein richtig schöner Ausflug, an den ich mich noch lange gerne erinnern werde. Das war es wieder mit diesem Bericht. Bis zum nächsten Mal!

Hier geht es direkt zum ersten Teil meines Ausfluges – Ein Besuch der Seegrotte Hinterbrühl und eine Bootsfahrt

Infos: Hier mehr zur Seegrotte Hinterbrühl und zur Burg Liechtenstein

Lokale: Mödlinger Kobenzl und Reb Lounge

Details zur Tour:

  • Streckenlänge: ca. 9 km
  • Gehzeit: ca. 3h
  • Höhenmeter: ca. 300 Hm
  • Schwierigkeit: mittel
  • Startpunkt: Seegrotte Hinterbrühl

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