Manchmal kommt es anders als geplant und genau daraus entstehen oft die schönsten Tage. So kam ich dieses Mal völlig unerwartet zu einem Frühstück mit meiner Frau und zu einem richtig schönen Museumstag in Wien.
Eigentlich wollte ich den Nasenweg in Kahlenbergerdorf gehen und meine Frau wollte sich währenddessen mit einer Freundin im Prater treffen. Die beiden hatten sich dort bei einem Lokal zum Frühstücken verabredet. Doch ihre Freundin sagte kurzfristig krankheitsbedingt ab. So sprang ich natürlich gerne in die Bresche und ging mit meiner Frau frühstücken. Darüber freute ich mich natürlich total.
Wir fuhren am späten Vormittag über Krems und Stockerau nach Wien. Ich mag diese Strecke sehr, besonders das letzte Stück über die Reichsbrücke. Der Blick auf die katholische Kirche St. Franziskus von Assisi ist dabei jedes Mal aufs Neue beeindruckend und für mich gehört er einfach zu dieser Strecke dazu.
Wir parkten in der Nähe des Praters und hatten von dort nicht mehr weit zu unserem Lokal. Am Vormittag war im Prater noch nicht besonders viel los. Viele Stände hatten noch geschlossen und nur vereinzelt waren schon Menschen unterwegs. Es war irgendwie ungewohnt, so durch den sonst doch so lebhaften Prater zu gehen, der zu dieser frühen Stunde noch ganz ruhig und fast ein wenig verlassen wirkte.
Wir waren pünktlich auf die Minute beim Lokal und bekamen einen netten Platz unter dem großen Blätterdach. Wir bestellten uns ein leckeres Frühstück und ließen es uns schmecken. Wir plauderten gemütlich miteinander und hatten echt Spaß. Auch das Lokal selbst war eigentlich recht schön. Es befand sich in einem schön gestalteten Rundbau und war einmal ein historisches Ponykarussell. Dazu gab es eine alte Orgel und ein richtig schönes Ambiente im Dschungelstil. Das Ganze hatte dadurch einen doch besonderen Charme und passte irgendwie perfekt zum Prater.
Später bezahlten wir und gingen noch einmal zum Auto. Wir wollten den Tag in Wien noch ein wenig nutzen und überlegten, was wir unternehmen könnten. Da wir beide die Niederösterreich-CARD hatten, schauten wir nach einem passenden Ausflugsziel hier in Wien. Wir fanden recht schnell eine Attraktion, die uns beide interessierte. In der Nähe des Stephansplatzes gibt es eine immersive Ausstellung namens Mythos Mozart. Das hörte sich interessant an und war ungefähr eine Stunde zu Fuß entfernt. Wir gehen in Wien sowieso gerne zu Fuß und genießen dabei die Stadt. Also machten wir uns auf den Weg.
Wir gingen über den Praterstern und entlang des Donaukanals. Unterwegs kamen wir noch beim MAK – Museum für angewandte Kunst vorbei. Nicht unweit davon waren wir auch in einem Supermarkt und holten uns eine Flasche Wasser. Ich kaufte mir auch noch für unterwegs einen Kaffee aus dem Kühlregal und schon ging es weiter.
Es war wieder ziemlich heiß, aber zum Glück konnten wir oft im Schatten gehen. Die Häuserzeilen und die Bäume spendeten immer wieder angenehmen Schatten. So schlenderten wir gemütlich dahin und genossen den Spaziergang. Unterwegs entdeckten wir auch einen total netten und wunderschönen Spielzeugladen. Ich fand es richtig schön, dass es solche tollen Läden überhaupt noch gibt. Da wäre ich selbest gerne wieder ein Kind.
Wir verließen den tollen Laden und schon kurz darauf waren wir in der Kärntner Straße. Direkt neben dem Kaufhaus Steffl versteckte sich das Mythos Mozart. Durch eine Glastür ging es hinein und erst einmal ein paar Stufen hinunter. Dort befanden sich gleich der Ticketschalter und der Museumsshop. Wir holten uns unsere Tickets und unser Timeslot startete schon in zehn Minuten.
Mythos Mozart ist keine klassische Ausstellung mit alten Vitrinen, sondern eine multimediale Erlebniswelt. Es gibt fünf verschiedene Räume mit aufwendigen Inszenierungen und unterschiedlicher Musik von Mozart. Für das Smartphone gibt es außerdem einen kostenlosen Guide, der einen durch die Räume führt und zusätzlich interessantes Hintergrundwissen liefert.
Wir hatten echt Glück – oder eigentlich sogar doppeltes Glück. Erstens mussten wir gar nicht lange warten und zweitens waren wir ganz alleine in der Ausstellung. Das war wirklich cool. Ein echtes Highlight war für mich gleich der erste Raum, das Requiem. Die 1.500 Kerzen mit der Musik und die besondere Stimmung haben mich sofort beeindruckt. Alles zusammen sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre.
Uns hat es jedenfalls gut gefallen. Es war einmal etwas komplett anderes und vor allem nicht die typische Museumsausstellung. Den Eintritt ersparten wir uns mit der Niederösterreich-CARD und das machte das Ganze natürlich noch besser. Aber wir kennen zum Beispiel das Frameless in London und von so etwas ist das Mythos Mozart doch weit entfernt. Den Preis finden wir beide doch recht hoch für das Dargebotene. Außerdem hat man für jeden Raum ungefähr zehn Minuten und uns hat sich nicht jeder Raum wirklich erschlossen.
Nach der Ausstellung stöberten wir noch ein wenig durch den Museumsshop. Im angenehm klimatisierten Eingangsbereich suchten wir noch unser nächstes Ziel. Wir entschieden uns für das Kunst Haus Wien – Museum Hundertwasser. Das war neu bei der Niederösterreich-CARD dabei und lag außerdem direkt auf unserer Strecke zurück zum Prater. Das passte daher perfekt.
Wir verließen die Ausstellung und ließen das Gewusel auf der Kärntner Straße schnell hinter uns. Wieder vorbei beim MAK und über einige ruhigere Gassen mit vielen Bäumen schlenderten wir weiter zum Museum. Dabei kamen wir noch direkt bei der Pfarre St. Othmar unter den Weißgerbern vorbei. Eine echt schöne Kirche im neugotischen Stil. Im Schatten war der Spaziergang trotz der Hitze angenehm und bald kamen wir beim Museum an.
Schon von außen schaute dieses Gebäude total cool aus und passte natürlich perfekt zu Hundertwasser. Es war bunt sowie verspielt und voller ungewöhnlicher Formen. Von der sonst so typischen Geradlinigkeit vieler Gebäude war hier absolut nichts zu sehen. Im ersten Moment dachten wir tatsächlich, wir wären beim Hundertwasser Village gelandet. Doch das liegt noch ein paar Straßenzüge weiter. Durch eine Drehtür betraten wir das Museum. Am Ticketschalter holten wir uns unsere Eintrittskarten. Dazu gab es noch ein Café und einen Museumsshop.
Das Museum zeigt zahlreiche Werke von Friedensreich Hundertwasser und gab uns einen guten Einblick in sein Leben und Schaffen. Zu sehen waren unter anderem Gemälde sowie unzählige Grafiken und Arbeiten rund um sein Schaffen. Dabei ging es natürlich nicht nur um seine Kunst, sondern auch um seine Ideen zur Natur sowie zur Umwelt und zu einem anderen Umgang mit Architektur. Für mich war Hundertwasser definitiv ein Visionär, der seiner Zeit weit voraus war.
Wir schlenderten gemütlich durch die Ausstellung und betrachteten die vielen Bilder. Mir gefielen sogar einige ausgesprochen gut. Auch die beiden Sonderausstellungen im obersten Stockwerk fanden wir richtig interessant. Eine beschäftigte sich mit Samen sowie Pflanzen und unserer Beziehung zur Natur. Die andere warf einen etwas anderen Blick auf die Ökologie und unsere Zukunft.
Wir fanden es richtig interessant und die Zeit verging wie im Flug. Total lustig war auch der unebene Boden. Genau solche Dinge machten das Museum für mich wirklich besonders. Außerdem waren überall an den Wänden Zitate und Gedanken zu lesen, die vermutlich von Hundertwasser selbst stammten.
Nach dem Museumsbesuch machten wir uns langsam wieder auf den Weg. Wir spazierten erneut über den Donaukanal und kamen über eine ruhige Seitenstraße schließlich zur Prater Hauptallee. Bald waren wir wieder bei unserem Lokal angekommen, wo wir am Vormittag schon gefrühstückt hatten. Von dort ging es noch einmal durch den Prater zurück zu unserem Auto. Jetzt hatte sich das Bild allerdings komplett verändert. Wo es am Vormittag noch ruhig und fast leer gewesen war, herrschte nun richtig Leben. Aus allen Richtungen waren Musik und die verschiedensten Geräusche der Fahrgeschäfte zu hören. Der Prater war inzwischen gut besucht und die ganze Stimmung war deutlich lebhafter.
Wir fuhren aber wieder zurück nach St. Pölten. Am Rathausplatz ließen wir uns noch einen Kebab schmecken und kurz darauf trafen wir uns mit Freunden in einer Cocktailbar beim Herrenplatz. Dort war richtig viel los und es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen. Bei guten Cocktails und gemütlichem Plaudern mit unseren Freunden ließen wir den gemeinsamen Tag ausklingen.
So wurde aus meiner eigentlich geplanten Wanderung am Nasenweg völlig unerwartet ein schöner gemeinsamer Tag mit meiner Frau. Wir hatten ein gemütliches Frühstück und besuchten zwei interessante Museen. Manchmal sind eben genau die ungeplanten Tage die schönsten.
Das war es auch schon wieder von diesem Bericht – bis zum nächsten Mal!
































Infos: Hier mehr zur Austellung Mythos Mozart und zum KunstHausWien – Museum Hundertwasser
Lokale: Das Cafe Ponykarussell und die Chameleon Bar
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