Auf den Spuren von Daido Moriyama in Wien

Mit der Kamera im Gepäck zog es uns an diesem Vormittag nach Wien. Unser Ziel lag im 3. Bezirk wo sich das Foto Arsenal befindet. Ganz entspannt fuhren wir über die Autobahn in die Stadt. Es herrschte kaum Verkehr und wir kamen zügig voran. Wir parkten bei der Marx Halle und spazierten gemütlich etwa eine halbe Stunde zum Museum. Eine schöne Einstimmung auf den Tag.

Das Foto Arsenal liegt im dritten Bezirk in einem Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert, der früher militärisch genutzt wurde. Heute befinden sich dort unter anderem das Heeresgeschichtliches Museum, das Belvedere 21 sowie der Schweizergarten. Das Foto Arsenal ist eines der neuen Zentren für internationale Fotografie in Wien und zeigt regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer und historischer Fotografie. Nach unserem kurzen Spaziergang – leider begleitet von starkem Wind – machten wir zunächst eine Pause im Cafe Kunstpause. Dort tranken wir einen Kaffee und ich aß einen Toast dazu. Erst danach ging es für uns in die Ausstellung.

Besonders gefreut hatte ich mich auf die Ausstellung des japanischen Fotografen Daido Moriyama. Er gilt als einer der wichtigsten Street-Fotografen der Nachkriegszeit. Berühmt wurde er vor allem für seinen radikalen Stil, der unter dem Begriff „Are-Bure-Boke“ bekannt wurde. Das bedeutet übersetzt so viel wie rau, verwackelt und unscharf. Was früher als fotografischer Fehler galt, machte Moriyama zu einer bewussten Ästhetik. Mit starken Kontrasten sowie Körnung und Unschärfe fing er die Energie und das Chaos des urbanen Lebens ein. Damit beeinflusste er Generationen von Fotografen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie roh und unmittelbar Moriyamas Bilder wirken. Beim Betrachten wird man in die Szenen hineingezogen und beginnt, über die Wahl der Motive in unterschiedlichen Städten nachzudenken. Neben dieser großen Retrospektive gab es auch eine Ausstellung der jungen niederländischen Künstlerin Michelle Piergoelam mit dem Titel „Across the Water“. Darin beschäftigt sie sich mit der Geschichte der surinamischen Diaspora und den Spuren von Migration, Erinnerung und Identität. Die Umsetzung war sehr spannend und auch visuell eindrucksvoll gemacht.

Der Hauptteil der Ausstellung war jedoch Moriyama gewidmet und das völlig zu Recht. Sie wurde sogar von The Guardian zur besten Fotoausstellung des Jahres gekürt. Besonders schön fand ich, dass an großen Katalogtischen viele seiner Fotobücher auslagen, in denen man in Ruhe blättern und noch viel mehr entdecken konnte. Für uns beide war das unglaublich interessant und auch einmal etwas ganz anderes. Wir wurden jedenfalls nicht enttäuscht und können diese Ausstellung wirklich nur weiterempfehlen. Großartige Bilder eines großartigen Fotografen.

Nach dem Besuch machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto, blieben aber in Wien. Den Abend ließen wir entspannt bei einem gemütlichen und lustigen Spieleabend mit richtig gutem Essen ausklingen. Und damit endet auch schon wieder unser kleiner Bericht. 📷

Info: Hier mehr zum Fotoarsenal Wien

Lokal: Cafe KunstPause


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