#Teil 1 meines Waldviertel-Ausflugs – Die Burg Rappottenstein
Dieses Mal führte mich mein Ausflug ins wunderschöne Waldviertel. Mein erstes Ziel war die imposante Burg Rappottenstein, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Österreichs. Bei einer spannenden Führung tauchte ich tief in ihre Geschichte ein und fühlte mich für kurze Zeit ins Mittelalter zurückversetzt. Anschließend wartete mit dem Lohnbachfall noch ein weiteres Naturhighlight auf mich – doch davon erzähle ich im zweiten Teil dieses Reiseberichts.
Am frühen Vormittag erledigte ich noch einige Dinge zu Hause und danach machte ich mich ganz entspannt auf den Weg. Über Krems und Gföhl führte mich die Strecke schließlich Richtung Rappottenstein. Kurz vor Altgföhl bog ich von der Bundesstraße ab und fuhr durch zahlreiche malerische kleine Ortschaften. Unterwegs kam ich sogar am Klemuwa vorbei – dem kleinsten Museum des Waldviertels. Leider wusste ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht und fuhr einfach daran vorbei.
Schon die Anreise war ein Erlebnis. Die kurvenreiche Straße schlängelte sich durch dichte Wälder sowie vorbei an bunten Blumenwiesen und endlos wirkenden goldgelben Getreidefeldern. Hinter jeder Kurve eröffnete sich ein neuer Ausblick auf die sanfte Hügellandschaft des Waldviertels. Erst kurz vor meinem Ziel zeigte sich Burg Rappottenstein plötzlich in ihrer ganzen Größe. Dieser erste Anblick war wirklich beeindruckend.
Etwa fünfzehn Minuten vor Beginn der Führung erreichte ich den oberen Parkplatz. Nachdem ich mein Auto abgestellt hatte, schnappte ich mir meine Kameratasche und machte mich auf den Weg zum Eingang. Ein wenig Zeitdruck hatte ich zwar, letztendlich ging sich aber alles problemlos aus.
Empfangen wurde ich sehr freundlich. Das Ticket für die Führung erhält man direkt in der Burgschenke und diese fungiert auch als Eingang. Nur wenige Minuten später hielt ich meine Eintrittskarte in der Hand. Es warteten auch schon einige Leute auf die Besichtigung der Burg. Kurz darauf erschien unsere Führerin und holte uns auch schon zur ersten Führung des Tages ab.
Gemeinsam gingen wir hinauf zur Burg und betraten den ersten von insgesamt fünf Burghöfen. Schon hier wurde deutlich, wie durchdacht die gesamte Anlage aufgebaut ist. Jeder Burghof bildete eine eigene Verteidigungslinie. Angreifer hätten mehrere Tore und enge Durchgänge überwinden müssen und wären dabei ständig den Verteidigern auf den Mauern ausgeliefert gewesen. Im zweiten Burghof befanden sich die Wirtschaftsgebäude und Stallungen. Hier spielte sich ein großer Teil des täglichen Lebens auf der Burg ab. Von dort führte der Weg immer weiter hinauf bis zur eigentlichen Hochburg und somit dem am stärksten befestigten Bereich der gesamten Anlage.
Burg Rappottenstein wurde um das Jahr 1130 von den Kuenringern gegründet und zählt heute zu den besterhaltenen mittelalterlichen Burgen Österreichs. Besonders bemerkenswert ist, dass sie im Laufe ihrer langen Geschichte niemals erobert oder zerstört wurde. Dadurch blieb ein Großteil der ursprünglichen Bausubstanz bis heute erhalten.
Nach dem Durchqueren der Vorhöfe erreichten wir die Hochburg. Dicke Steinmauern sowie enge Gänge und massive Holztüren versetzten einen sofort mehrere Jahrhunderte zurück. Dabei hieß es immer wieder: Kopf einziehen und aufpassen! Manche Türdurchgänge sind so niedrig, dass man das Ducken besser nicht vergisst. Unsere Führerin verstand es hervorragend, die Geschichte der Burg lebendig werden zu lassen. Mit viel Begeisterung erzählte sie vom Leben auf der Burg und den damaligen Verhältnissen sowie dem Alltag ihrer Bewohner. Dabei beantwortete sie jede unserer Fragen ausführlich und machte die Führung mit zahlreichen interessanten Geschichten zu einem echten Erlebnis.
Besonders beeindruckt hat mich die Burgkapelle. Sie gehört zu den ältesten Teilen der Anlage und strahlt trotz ihrer schlichten Gestaltung eine ganz besondere Atmosphäre aus. Ebenso interessant waren die historischen Wohnräume, in denen man gut nachvollziehen konnte, wie die adeligen Bewohner damals lebten. Während der Führung boten sich immer wieder wunderschöne Ausblicke über die Wälder und Hügel des Waldviertels. Von hier oben versteht man sofort, warum dieser Platz einst für den Burgenbau gewählt wurde. Die natürliche Lage auf dem Felsen machte die Burg zusätzlich zu ihren mächtigen Befestigungsanlagen uneinnehmbar.
Die knapp einstündige Führung verging wie im Flug. Sie war abwechslungsreich sowie ausgesprochen informativ und mit viel Herz gestaltet. Gerade die Kombination aus spannender Geschichte, hervorragend erhaltener Bausubstanz und der traumhaften Lage macht Burg Rappottenstein zu einem ganz besonderen Ausflugsziel. Für mich zählt sie ohne Zweifel zu den schönsten Burgen Österreichs.
Nach der Führung brachte uns unsere Führerin wieder zurück zur Burgschenke, wo bereits die nächste Gruppe auf ihren Rundgang wartete. Ich blieb noch eine gute Stunde und gönnte mir einen Kaffee. So ließ ich den Besuch ganz entspannt ausklingen, während ich die angenehme Ruhe genoss und beobachtete, wie die zahlreichen Vögel rund um den Burgturm ihre Kreise zogen.
Nach gut einer Stunde machte ich mich schließlich auf den Weg zu meinem nächsten Ziel – dem Naturdenkmal Lohnbachfall. Nach so viel Geschichte freute ich mich nun auf eine Wanderung durch die Natur. Davon erzähle ich im zweiten Teil dieses Reiseberichts.
























Hier geht es direkt zum zweiten Teil meines Ausfluges – Der Lohnbachfall – Ein Naturdenkmal im Waldviertel
Praktische Informationen:
Die Führung durch die Burg Rappottenstein dauert rund eine Stunde und war für mich ausgesprochen informativ sowie abwechslungsreich gestaltet. Der Eintrittspreis beträgt 14 Euro pro Person (Stand: 2026).
Eine Besonderheit der Burg ist die Kinderburg Rappottenstein. Sie ist eine gemeinsame Initiative des Roten Kreuzes Niederösterreich und der Eigentümerfamilie der Burg. Hier können Familien mit schwer oder chronisch erkrankten Kindern oder Eltern sowie Familien nach einem schweren Verlust neue Kraft schöpfen und Erholung finden. Dieses besondere Angebot macht die Burg nicht nur zu einem bedeutenden historischen Bauwerk, sondern auch zu einem Ort der Begegnung und Menschlichkeit.
Infos: Hier mehr zur Burg Rappottenstein und zur Burgschenke Rappottenstein
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