Endlich ließ die große Hitzewelle etwas nach. Es wurde wieder kühler sowie etwas bewölkt und damit perfektes Wanderwetter. Das wollte ich unbedingt ausnutzen. Also entschied ich mich für eine Wanderung rund um Waldhausen im Strudengau. Da ich außerdem noch ein Paket in Loosdorf abholen musste, ließ sich beides ideal miteinander verbinden. Bei der Gelegenheit besorgte ich mir auch gleich noch eine Jause für unterwegs.
Wie so oft machte ich mich erst etwas später am Vormittag auf den Weg. Gemütlich fuhr ich zuerst nach Loosdorf und dann weiter über die Bundesstraße bis Melk. Dort blieb ich weiter auf der Bundesstraße und wechselte erst bei Pöchlarn auf die andere Donauseite. Die Strecke entlang der Donau bis Sarmingstein ist wirklich wunderschön und bietet immer wieder tolle Ausblicke. In Sarmingstein biegt man dann ab und folgt einige Kehren hinauf nach Waldhausen im Strudengau. Eine richtig schöne Panoramastraße und kurz vor dem Ort parkte ich mein Auto bei einer Bushaltestelle.
Gleich gegenüber begann beim Nitterlweg meine Wanderung. Das erste Wanderschild war vom Parkplatz aus bereits gut zu sehen. Zunächst führte die schmale Straße bergauf und vorbei an Bauernhöfen. Danach durch einen Hof und direkt vorbei an einem Stall mit Kühen. Dort wechselte der Weg auf einen Güterweg und rechts und links blühten die Wiesen. Schmetterlinge flatterten umher und das Zwitschern der Vögel begleitete mich fast die ganze Zeit. Genau so stelle ich mir eine entspannte Wanderung vor.
Immer den Markierungen folgend wanderte ich weiter bergauf. Das Wetter wurde inzwischen zunehmend sonniger. An der Abzweigung zur Toblerspitze entschied ich mich, diesen kurzen Abstecher auszulassen. Stattdessen verlief der Weg wieder ein Stück bergab zum Einsiedlerstein. Dort kann man über eine steile Leiter auf den Felsen hinaufklettern. Ein wirklich cooler Platz.
Anschließend ging es vorbei an einer kleinen Kapelle und einem idyllischen Fischteich. So erreichte ich bald den Steinbruchsee in Gloxwald. Dort befindet sich eine Hütte und diese war sogar geöffnet. Der Getränkeautomat sorgte genau im richtigen Moment für eine willkommene Erfrischung. Ein weißer Gepritzter (0,5 l) schmeckte nach den ersten Kilometern einfach perfekt. So saß ich allein auf einer Bank im Schatten und konnte den See in völliger Ruhe genießen. Erst kurz bevor ich weiterging, kam eine Gruppe Jugendlicher zum Baden.
Nach wenigen Schritten befand ich mich mitten im kleinen Ort Gloxwald. Der Ort ist seit Jahrhunderten eng mit dem Granitabbau verbunden. Der Gloxwalder Granit wurde unter anderem für zahlreiche Bauwerke und Straßen verwendet. Der Steinbruch zählt zu den größten Granitsteinbrüchen Europas und seine gewaltigen Ausmaße beeindrucken bis heute. Jetzt ist der mit Wasser gefüllte Steinbruch gleichzeitig ein außergewöhnlich schöner Platz mitten in der Natur.
Vorbei an der Kirche und am Ende des Ortes führte der Weg bald wieder leicht bergauf. Mein erstes großes Etappenziel der Predigtstuhl war in Zielreichweite. Nach diesem kurzen Straßenstück und über eine Wiese durch den Wald erreichte ich zunächst den Predigtstuhl I mit einer Bank und schon einem schönen Ausblick. Weiter ging es auf dem Waldweg und schon erreichte ich den Predigtstuhl II mit dem Felsenreiter. Das ist eine beeindruckende Kunstinstallation des Künstlers Miguel Horn. Die Skulptur fügt sich perfekt in die Landschaft ein und macht diesen Aussichtspunkt zu etwas ganz Besonderem.
Auf der Felsenkanzel setzte ich mich auf die Bank und ließ mir meine Jause schmecken. Nebenbei genoss ich den traumhaften Blick donauaufwärts bis ins Mühlviertel. Ich saß ganz alleine dort oben, hörte nichts außer der Natur und dachte mir wieder einmal: Genau für solche Momente gehe ich so gerne wandern.
Schließlich machte ich mich wieder auf den Rückweg. Zunächst führte mich derselbe Weg zurück zur Straße und von dort weiter zu einem Bauernhof. Wenig später ging es auf ein kurzes Stück Waldweg. An einer Kreuzung folgte ich der kurvenreichen Straße. Kurz darauf erreichte ich wieder die Hauptstraße, auf der ich bereits am Vormittag mit dem Auto unterwegs gewesen war. Ich folgte der Straße noch ein kurzes Stück, ehe der Wanderweg wieder abbog. Bald ging der Wanderweg entlang des Sarmingbachs weiter. Das leise Plätschern des Wassers und der Schatten unter den Bäumen machten diesen Abschnitt besonders schön. Danach wartete noch einmal ein etwas steilerer Anstieg über eine Wiese und am Waldrand entlang. An einem Bauernhof vorbei und immer weiter bergauf und schließlich erreichte ich das nächste Highlight.
Der Aussichtspunkt Alpenblick bei Sattlgai macht seinem Namen alle Ehre. Ein herrlicher Weitblick vom Ötscher bis zum Großen Priel – einfach beeindruckend. Ich legte noch eine kleine Pause ein und trank meinen Kaffee. Ich genoss dabei das beeindruckende Panorama sowie die herrlich frische Luft. Momente wie diese bleiben in Erinnerung.
Danach ging es wieder weiter der Straße entlang und lustigerweise bekam ich Waldhausen selbst gar nicht richtig zu Gesicht. Denn bei einem der Hinweisschilder bog ich vom Wanderweg ab, um so direkt zum Parkplatz zu kommen. Schließlich kam ich etwas müde, aber zufrieden wieder beim Auto an.
Alles in allem war das eine wunderschöne und abwechslungsreiche Wanderung. Von blühenden Wiesen über ruhige Wälder, Bachläufe, beeindruckende Felsen und den riesigen Steinbruch bis hin zu spektakulären Aussichtspunkten war wirklich alles dabei. Ich werde ganz bestimmt wiederkommen, denn beim nächsten Mal möchte ich mir Waldhausen selbst in Ruhe ansehen oder im Badesee in Waldhausen schwimmen. Außerdem steht bereits eine weitere Wanderung in der Gegend auf meiner Liste, die ebenfalls eine tolle Tour verspricht.

































Info: Hier mehr zur Gloxwaldrunde
Details zur Tour:
- Streckenlänge: ca. 16,5 bis 19 km
- Gehzeit: ca. 4:45 bis 5:30 Stunden
- Höhenmeter: Auf- und Abstieg jeweils rund 525 bis 620 hm
- Schwierigkeit: mittelschwere Tageswanderung
- Startpunkt: Bushaltestelle Abzw. St. Oswald
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