Kleine Wanderung in Senftenberg zum Heimlichen Gericht

Das Kamptal bei Krems an der Donau ist wie gemacht für eine kurze und abwechslungsreiche Wanderung. Sanfte Hügel und schroffe Felsen sorgen für eine überraschend vielfältige Landschaft auf kleinem Raum. Diesmal habe ich mich für eine Tour zum Heimliches Gericht bei Senftenberg entschieden.

Die Wanderung wird mit etwa drei Stunden angegeben und deshalb bin ich erst am späten Vormittag ganz gemütlich losgefahren. Von St. Pölten ging es über die Bundesstraße nach Krems und von dort weiter über Stratzing bis nach Senftenberg.

Geparkt habe ich beim Schützenverein, wo auch gleich die erste Beschilderung beginnt. Nachdem die Wanderschuhe geschnürt und der Rucksack gepackt war, ging es mit der Kamera im Gepäck schon los.

Zuerst geht es ein Stück die Straße hinunter und dann geht es rechts in den Wald. Anfangs wurde die Ruhe noch von den Schüssen des Schützenvereins gestört, doch nach kurzer Zeit wurde es vollkommen still.

Bereits dort war es richtig herrlich. Die Luft roch intensiv nach Wald und Frühling. Überall raschelte es im Unterholz, als würde der Wald selbst leise erzählen. Das Seitental wirkte dabei fast unberührt und abgeschieden. Einfach traumhaft friedlich.

Überall hat es gebrummt und gesummt. Ich habe viele kleine Eidechsen gesehen und sogar eine Blindschleiche, die mich kurz ziemlich erschreckt hat. In der Sonne war es fast richtig heiß und ich genoss das traumhafte Wetter. Besonders toll war der Duft der Brennnesseln, den ich schon lange nicht mehr wahrgenommen hatte. Das hat sofort Kindheitserinnerungen geweckt.

Durch den Wald geht es dann stetig leicht bergauf und immer wieder vorbei an imposanten Felsformationen. An einer Wegkreuzung geht es rechts weiter und bei einer kleinen Hütte erneut hinauf. Der Weg wird schmaler und man kann jetzt bereits die schöne Aussicht erahnen.

Als ich oben beim Heimlichen Gericht ankam, waren nur noch zwei Senioren dort, die sich gerade wieder auf den Rückweg machten. Dann wurde es still. Auf dem Felsvorsprung öffnete sich vor mir eine weite und beeindruckende Aussicht. Der Blick reichte bis nach Krems und dazwischen sah man immer wieder das blau schimmernde Donauband in der Landschaft. Ein wirklich eindrucksvolles Panorama.

Ich habe dort eine ausgiebige Pause gemacht und die Sonne genossen. Hab mich gemütlich auf einem Felsen liegend gesonnt und einfach die Seele baumeln lassen. Und wie es oft so ist: kurz bevor ich mich wieder auf den Weg gemacht habe, ist die Sonne verschwunden und es wurde plötzlich bewölkt.

Der Abstieg war ebenfalls sehr schön. Über schmale Waldwege ging es stellenweise etwas steiler bergab, insgesamt war der Weg jedoch sehr angenehm. Zwischendurch tröpfelte es leicht und ich hatte kurz die Befürchtung, dass es stärker zu regnen beginnen könnte. Doch dazu kam es nicht. Dank der guten Markierungen findet man problemlos den Weg und gelangt bald wieder beim Sportplatz heraus.

Genau als ich dort ankam, wurde beim Schützenverein wieder geschossen und das ziemlich deutlich. Als ich dann beim Auto war, konnte ich kaum glauben, wie voll der Parkplatz plötzlich war. Vorhin stand ich dort noch ganz allein und das ist wirklich kein kleiner Parkplatz. Danach bin ich noch über Rehberg nach Krems gefahren, habe dort noch etwas eingekauft und am frühen Abend war ich dann wieder zu Hause.

Das Heimliche Gericht hat mich vor allem mit seiner großartigen Aussicht und der angenehm leichten Wanderung überzeugt. Doch noch mehr bleibt dieses Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit, das mich den ganzen Weg begleitet hat. Es sind genau solche kleinen Touren, die zeigen, wie viel Schönheit oft ganz nah liegt.

Info: Hier mehr zur Wanderung Heimliches Gericht


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