Der Roman „Wer morgens lacht“ von Mirjam Pressler hinterlässt bei mir keinen bleibenden Eindruck, aber ein leises und nachdenkliches Echo. Es ist ein stilles Buch und konzentriert sich ganz auf die inneren Konflikte junger Menschen. Also auf die bekannten Themen wie Identität, Familie und dieses schwer greifbare Gefühl des Erwachsenwerdens.

Die Handlung tritt dabei bewusst in den Hintergrund. Statt dramatischer Wendungen oder überraschender Entwicklungen begleitet man die Hauptfigur durch ihre Gedanken und Gefühle, die sich langsam entfalten. Diese Zurückhaltung verleiht dem Roman eine besondere Authentizität. Die Figuren wirken daher glaubwürdig und nahbar, beinahe so, als könnte man ihnen im eigenen Alltag begegnen.
Gleichzeitig liegt hierin jedoch auch die größte Schwäche des Buches. Über weite Strecken fehlt es an erzählerischer Dynamik. Die Entwicklung bleibt oft sehr ruhig und manche Passagen wirken dadurch etwas zäh. Dadurch zieht sich die Geschichte echt mehr, als nötig wäre. Wer Spannung oder eine mitreißende Handlung sucht, wird hier vermutlich nicht fündig.
Dennoch zeigt sich die Stärke der Autorin in ihrer sensiblen und unaufgeregten Erzählweise. Mit feinem Gespür für Zwischentöne macht sie deutlich, dass persönliche Entwicklungen häufig im Stillen stattfinden. Nicht jede Geschichte braucht große Dramatik um Bedeutung zu entfalten.
Mich persönlich konnte das Buch daher nur teilweise überzeugen. Ich schätze die ruhige Atmosphäre und die thematische Tiefe, doch es fehlte mir an Spannung, um wirklich in die Geschichte einzutauchen.
Insgesamt ist „Wer morgens lacht“ ein solides Jugendbuch mit Anspruch. Es spricht vor allem Leser an, die leise und gefühlvolle Geschichten bevorzugen. Es ist kein fesselndes Werk aber ein Roman nachklingt. 📚✨
Buchinformation:
Wer morgens lacht
Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg
2013
ca. 264 Seiten
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