Mit dem Camper durch 7 Länder – Von Österreich bis an die Côte d’Azur | Teil 1

Tag 1 bis 6

Begleitet uns auf den ersten sechs Tagen unserer abwechslungsreichen Camperreise von Österreich über Italien bis nach Frankreich. Dabei entdecken wir beeindruckende Berglandschaften und genießen das italienische Lebensgefühl am Gardasee. Dazu erleben wir mit Gardaland und Movieland gleich zwei spannende Freizeitparks. Anschließend geht es entlang der traumhaften Mittelmeerküste über Monaco und Nizza bis an die französische Riviera. Neben beeindruckenden Landschaften und schönen Ausflugszielen sammeln wir auch unsere ersten Erfahrungen mit dem Camper. Inklusive ungewohnter Übernachtungsplätze und jeder Menge neuer Eindrücke.

Tag 1 – Endlich Urlaub

Endlich Urlaub! Am frühen Morgen regnete es und es war auch deutlich kälter als in den letzten Tagen. Wir standen schon früh auf und freuten uns auf unsere Reise mit dem Camper.

Das Fahrzeug hatte ich erst am Vortag geholt und deshalb hatten wir noch keinen wirklichen Plan. Wir frühstückten noch und dann ging es auch schon los. Verstauen und richtig einrichten wollten wir erst später, wenn es wieder wärmer wäre. Also luden wir im Regen erst einmal alles nur ein und hofften, dass wir nichts vergessen hatten. Außerdem hatten wir keinen Stress und für die ersten beiden Tage hatten wir ein Hotel in Hinterglemm gebucht. Das hatte mir meine Frau geschenkt und darauf freute ich mich schon total.

Während der Fahrt Richtung Salzburg wurde auch das Wetter wieder schöner. Die erhöhte Sitzposition im Camper gefiel mir sofort und wir hatten dadurch eine richtig schöne Aussicht. Vorbei am Mondsee und über den Grenzübergang Walserberg ging es weiter Richtung Lofer. Die Strecke führte über wunderschöne und kurvenreiche Straßen und zwischendurch machten wir noch einen kurzen Stopp im Supermarkt. So erreichten wir unser Hotel am frühen Nachmittag.

Wir konnten sogar schon einchecken und bekamen ein nettes Zimmer mit einem riesigen Badezimmer. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, erkundeten wir noch das Hotel und seine Saunalandschaft. Da wir Halbpension hatten, blieb noch Zeit für einen Saunagang, bevor am Abend unser Vier-Gänge-Menü auf uns wartete. Das Essen war ausgezeichnet und auch das Personal sehr aufmerksam und höflich.

Nach dem Essen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Ich ging sogar noch einmal in die Sauna, bevor wir uns auf unser Zimmer zurückzogen. Die erste Etappe war geschafft und wir freuten uns schon darauf, am nächsten Tag die Gegend rund um Hinterglemm zu erkunden.

Tag 2 – Hinauf zum Schattberg

Der zweite Urlaubstag begann ganz gemütlich. Beim Frühstück ließen wir uns Zeit und planten unseren Tag. Am Buffet gab es alles was das Herz begehrt und so konnten wir entspannt in den Tag starten.

An der Rezeption holten wir noch unsere Joker Cards. Damit waren unter anderem die Busse und einige Seilbahnen kostenlos. Wir erkundeten noch Hinterglemm, wo heute besonders viel los war. Wie wir bald bemerkten, fand gerade ein Mountainbike-Rennen statt. Überall wurde abgesperrt und aufgebaut und schon am Vormittag dröhnten die Ansagen von den Bühnen durch den Ort.

Später fuhren wir mit dem Bus nach Saalbach und mit der Schattberg X-press Seilbahn hinauf auf 2.022 Meter. Oben war es zwar kühl, aber das Wetter war sonnig. Da wir keine richtigen Wanderschuhe dabei hatten, gingen wir nur zum Mittelgipfel auf 2.097 Meter.

Die Aussicht war schön, trotzdem konnte mich die Gegend nicht ganz begeistern. Für meinen Geschmack sind diese Bergwelten einfach etwas zu stark erschlossen und auch der viele Radtourismus war für mich ungewohnt. Dazu kommt, dass mich die Uniformität der Dörfer hier fast schon ein wenig klaustrophobisch werden lässt. Wir gingen noch weiter zur Westgipfelhütte und tranken dort ganz gemütlich einen Kaffee. Anschließend fuhren wir mit der Westgipfelbahn wieder hinunter.

Zurück in Hinterglemm kauften wir noch ein paar Sachen für den Camper ein. Am späten Nachmittag machten wir uns daran, das Fahrzeug für die Weiterfahrt einzurichten. Nach einem weiteren Saunagang und einem guten Abendessen ließen wir den Tag ausklingen. Morgen sollte es endlich weiter nach Italien gehen und damit begann unser Camperabenteuer erst so richtig.

Tag 3 – Auf zum Gardasee

Nach zwei Tagen im Hotel hieß es heute Abschied nehmen. Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg. Ab jetzt gab es keine Hotels mehr, sondern nur noch uns und den Camper. Wir waren schon gespannt, wie wir damit zurechtkommen würden und ob wir auch wirklich alles dabei hatten.

Am frühen Vormittag verabschiedeten wir uns vom Hotel und fuhren los. Über Mittersill ging es durch den Felbertauerntunnel, für den man übrigens Maut zahlen muss. Anschließend ging es weiter nach Matrei in Osttirol. Die Strecke führte über malerische Straßen und durch schöne kleine Dörfer. Immer leicht bergauf fuhren wir am Obersee vorbei und erreichten kurz darauf den Staller Sattel.

Dort liegt der Grenzübergang nach Italien. Auf italienischer Seite ist die Straße nur einspurig und der Verkehr wird durch eine Ampel geregelt. Wer zur falschen Zeit kommt, kann hier bis zu 45 Minuten warten. Wir hatten Glück und mussten nur 20 Minuten warten. Die Zeit nutzten wir für einen Spaziergang und genossen die schöne Landschaft.

Danach ging es über die schmale Straße hinunter nach Italien. Erst beim Antholzer See wurde die Straße wieder etwas breiter. So fuhren wir eine Zeitlang gemütlich dahin und machten zwischendurch auch einmal eine kurze Pause. Dazu stellte ich fest, dass sich der Camper richtig gut fährt und mit seinen 140 PS auch ausreichend motorisiert ist. Weiter ging es über Bruneck und Franzensfeste auf die italienische Autobahn. Dort war immer wieder viel Verkehr und teilweise mussten wir uns im Stop-and-Go vorwärtsbewegen. So fuhren wir auf der Autobahn durch eine beeindruckende Landschaft weiter in Richtung Süden. Gegen Abend erreichten wir schließlich Peschiera del Garda am Gardasee.

Wir hatten keine Lust mehr, lange nach einem Lokal zu suchen und gingen deshalb zu einer italienischen Grillrestaurant-Kette. Das Lokal sah modern und sauber aus und wir kannten es bisher auch noch nicht. Das Personal war sehr freundlich und das Essen war recht gut. Danach wollten wir nur noch einen Platz zum Übernachten finden.

Der Campingplatz, auf dem wir gerne übernachten wollten, war leider schon voll. Also fuhren wir zu einem Einkaufszentrum. Es gab dort keine Verbotsschilder und so blieben wir einfach über Nacht. Wir richteten uns für unsere erste Nacht im Camper her. Es war alles noch etwas ungewohnt. Aber genau diese Erfahrung hatten wir uns schließlich gewünscht. So ging unser erster richtiger Camper-Tag nach einer langen Fahrt zu Ende.

Tag 4 – Gardaland

Unsere erste Nacht im Camper lag hinter uns. Noch war einiges ungewohnt und ab und zu war es etwas laut, ansonsten hatten wir aber eine ruhige Nacht. Auch beim ersten Frühstück im Camper war noch nicht alles perfekt organisiert, aber wir haben hervorragend gefrühstückt und waren danach schnell startklar.

Heute stand Gardaland auf dem Programm. Von unserem Übernachtungsplatz waren es nur etwa 20 Minuten bis zum großen Parkplatz. Besonders cool fanden wir, dass es dort eigene Stellplätze für Camper gab und wir nicht zwischen den normalen Autos parken mussten.

Wir waren früh dran und konnten sogar die Eröffnungsshow miterleben. Pünktlich um 10 Uhr öffneten sich die Tore. Danach verbrachten wir den ganzen Tag im Park und probierten zahlreiche Attraktionen aus. Mit dem Gardaland Express ging es gemütlich durch den Park, mit der Flying Island hatten wir einen tollen Blick bis zum Gardasee und beim Jungle Rapids wurden wir natürlich auch ordentlich nass. Auch das Magic House und viele andere Attraktionen haben uns richtig gut gefallen. Der Park ist wirklich schön gemacht und steckt voller kleiner Details. Obwohl viel los war, dürfte der Andrang in der Nebensaison trotzdem geringer gewesen sein als in der Hauptsaison.

Wir blieben fast bis zum Schluss und verließen Gardaland schließlich glücklich und auch etwas erschöpft. Anschließend hielten wir noch bei einem Supermarkt und kauften für unser Frühstück am nächsten Morgen ein. Nachdem wir alles verräumt hatten, versuchten wir erneut unser Glück auf demselben Stellplatz vom Vortag. Diesmal hatten wir Glück und bekamen einen Platz.

Es war schon aufregend und bald stand unser Camper an einem schönen Platz. Wir richteten uns noch etwas ein und gingen nach einer Dusche am Abend noch nach Peschiera del Garda auf ein Eis. In etwa 15 Minuten waren wir schon in der Altstadt. In den engen Gassen war noch richtig viel los. Wir genossen unser Eis und schlenderten durch die Stadt. Besonders der Ausblick von der Ponte dei Voltoni (Brücke der Bögen) auf den Canale di Mezzo im letzten Licht des Tages war wirklich wunderschön.

Es war eine warme Nacht und so gingen wir gemütlich plaudernd durch das nächtliche Peschiera del Garda. Zurück im Camper fielen wir schließlich müde ins Bett – morgen wartete mit Movieland bereits der nächste Freizeitpark auf uns.

Tag 5 – Movieland

Auf dem Campingplatz war es am frühen Morgen noch komplett ruhig. Wir waren etwas zu früh aufgestanden und mussten uns noch gedulden, denn auch auf Campingplätzen gibt es Ruhezeiten. Nachdem wir unser Grauwasser entsorgt und Frischwasser aufgefüllt hatten, konnte es Richtung Movieland weitergehen.

Dort angekommen, mussten wir noch 7 Euro für den Parkplatz bezahlen. Damit hatten wir gar nicht gerechnet. Sowohl auf dem Parkplatz als auch beim Eingang war erstaunlich wenig los. Im Vergleich zum gestrigen Besuch im Gardaland wirkte Movieland fast wie ausgestorben.

Schon der erste Eindruck nach dem Eingang war richtig cool. Movieland ist etwas kleiner und meiner Meinung nach stärker auf Erwachsene ausgerichtet. Es gibt weniger Fahrgeschäfte und dafür deutlich mehr Shows sowie Filme und Stunts.

Ein absolutes Highlight für uns war Magma 2.1, bei der ich komplett nass wurde. Richtig toll gemacht war auch die Disaster Movie Blockbuster Tour mit einer Fahrt durch einen Tornado. Bei Bugs Town ging es mit den fliegenden Libellen durch den Park und bei der Pangea Expedition konnten wir sogar selbst das Fahrzeug steuern. Diese neue Attraktion gehörte für uns definitiv zu den Highlights.

Auch die Shows wie „Living in America“ und zum Abschluss die „US Army Stunt Show“ waren richtig gut. Das gesamte Gastronomieangebot ist amerikanisch ausgelegt und passt gut zum Konzept des Parks. Movieland war für uns deshalb eine echte Überraschung und hat uns richtig gut gefallen.

Wir blieben wieder fast bis zum Schluss und verließen den Park etwas wehmütig. Danach fuhren wir noch gut zwei Stunden Richtung Genua und landeten am Abend schließlich bei Broni. In der Nähe eines Waldes und einer Wohnsiedlung fanden wir dort einen guten Platz für die Nacht. Morgen sollte es weiter Richtung Frankreich gehen.

Tag 6 – Auf nach Antibes

Der Morgen begann mit einer kleinen Planänderung. Wir hatten zwar alles für ein gemütliches Frühstück dabei, aber beim Gebäck etwas zu wenig eingekauft. Deshalb machten wir uns noch vor dem Kaffee auf einen kleinen Morgenspaziergang zu einer nahegelegenen Bäckerei. Dort holten wir uns zwei Focaccia und waren mit unserer Auswahl sehr zufrieden. Zurück am Camper gab es dann ein richtig leckeres Frühstück, bevor es weiterging.

Unser erstes Ziel war Ventimiglia. Dort verließen wir die Autobahn und fuhren auf der Bundesstraße weiter, um uns die extrem hohen Autobahngebühren in Frankreich zu sparen. Über Monaco und Nizza sollte es schließlich nach Antibes gehen. Die geplanten fünfeinhalb Stunden Fahrzeit klangen zunächst gar nicht so schlimm. Am Ende waren wir jedoch den ganzen Tag unterwegs. Wir wechselten uns beim Fahren immer wieder ab, wobei meine Frau etwas vorsichtiger unterwegs war als ich.

Immer wieder gab es stockenden Verkehr und später ging es direkt an der Küste entlang. Die Straßen waren teilweise ziemlich schmal und dazu kamen natürlich noch unsere Pausen. Ein- oder zweimal verfuhren wir uns auch. Gerade im Großraum Nizza braucht man für ein paar Kilometer gefühlt ewig. Dafür wurden wir immer wieder mit wahnsinnig tollen Ausblicken auf das Meer und kurvenreichen Straßen mit beeindruckenden Häusern belohnt. Auch Monaco konnten wir zwischendurch ein bisschen sehen.

Am Abend erreichten wir endlich unseren Campingplatz. Doch auch dort lief nicht alles ganz ohne Hoppala. Die Tunnelunterführung, durch die wir unser Ziel in nur drei Minuten erreicht hätten, war nur für Fahrzeuge bis 2,50 Meter Höhe zugelassen. Unser Camper ist aber 2,60 Meter hoch. Also mussten wir noch einmal einen Umweg von gut 20 Minuten in Kauf nehmen.

Irgendwann fanden wir den Campingplatz dann doch und konnten unseren Stellplatz beziehen. Die Betreiber waren sehr freundlich und sprachen sogar Deutsch. Nach dem langen Fahrtag hatten wir allerdings vor allem eines: Hunger. Gegessen hatten wir eigentlich den ganzen Tag nicht wirklich etwas.

Also stellten wir den Camper ab und machten uns zu Fuß auf den Weg zu einer Pizzeria. Eigentlich hätten wir uns für unseren ersten Abend in Frankreich ein typisch französisches Lokal vorgestellt. Doch die Pizzeria war echt urig und wir wurden herzlich empfangen. Dazu konnten wir uns problemlos mit Englisch verständigen. Das Essen war ausgezeichnet und auch der Wein schmeckte hervorragend. So ließen wir uns Zeit, genossen den Abend und plauderten angeregt miteinander. Als wir schließlich zu unserem Camper zurückkehrten, war es bereits dunkel und wir beide waren nur noch müde.

Hier geht es direkt zum zweiten Teil unseres Urlaubes – Mit dem Camper durch 7 Länder – Von der Côte d’Azur zurück nach Österreich | Teil 2

Unterkunft: Hotel Almrausch – Area Sosta Camper – Peschiera d/G – Camping du Pylône

Lokale: Roadhouse Restaurant Peschiera del Garda – A Casa Nostra

Infos: Hier mehr zu Gardaland und Movieland


Mehr aus der Kategorie Urlaube 😀

0
Nach oben scrollen