Über den Herzsteinweg zur Burgsteinmauer

An diesem strahlend sonnigen und warmen Wochenende hatten wir uns vorgenommen, zur Burgsteinmauer zu wandern. Leider sind wir etwas spät losgekommen. Zuerst waren wir nämlich noch in der Innenstadt von St. Pölten, wo wir am Wochenmarkt noch eingekauft haben. Danach sind wir nochmal nach Hause gefahren und haben uns fertig gemacht. Unterwegs wurde auch noch schnell etwas Proviant besorgt und anschließend ging es dann endlich los.

Über die Autobahn ging es nach Ybbs an der Donau und weiter über Persenbeug. Beim Donaukraftwerk überquerten wir die Donau und fuhren anschließend hinauf ins Waldviertel nach Ysper. Geparkt haben wir bei der Feuerwehr. Gegen kurz vor eins waren wir schließlich startklar und dazu war es bereits richtig warm und sonnig.

Vom Parkplatz aus geht es zuerst leicht bergauf bis zu einer KFZ-Werkstätte. Von dort folgt man dann immer dem Herzsteinweg Nr. 34. Also einfach der Beschilderung folgen und rechts in den Wald hinein. Die Luft war herrlich frisch und die Ruhe im Wald einfach wunderbar. Keine Menschenseele weit und breit. Immer wieder kamen wir an auffälligen Felsformationen vorbei.

Beim Komandl gibt es einen kurzen Stichweg zum Großen Totenkopf sowie zum Drachenstein und dann zum Weißenbergkreuz. Dort liegt auch ein Gipfelbuch, in das wir uns natürlich eingetragen haben. Außerdem hat man von dort einen schönen Blick zum Peilstein. Danach ging es wieder auf dem selben Weg zurück zum Komandl und so weiter zum Herzstein. Der Herzstein ist ein Felsen, der tatsächlich wie ein auf den Kopf gestelltes Herz aussieht. Man kann sogar durch ihn hindurchkriechen. Das soll angeblich körperliche oder seelische Beschwerden lindern. Dort gibt es auch eine Bank in Herzform sowie eine Informationstafel mit einem sehr schönen Spruch:

„Die Kunst zu lieben besteht vor allem darin, sich nahe zu sein, ohne sich zu nahe zu treten,
sich täglich zu sehen, ohne alltäglich zu werden, eins zu werden und doch zwei zu bleiben.“

Von Unbekannt

Vom Herzstein aus kann man entweder einfach dem Herzsteinweg weiter folgen oder links über eine Forststraße gehen. Diese führt zu einer asphaltierten Straße, der man bergab bis zu einer Brücke folgt. Von dort beginnt dann der Wanderweg hinauf zur Burgsteinmauer. Angeschrieben ist der Weg mit etwa 40 Minuten und er ist ebenfalls sehr gut markiert. Der Anstieg ist zwar recht steil, aber jeder Schritt lohnt sich. Die Aussicht von oben ist wirklich spektakulär! Leider waren wir etwas spät dran und die Sonne war gerade dabei unterzugehen, als wir oben ankamen. Trotzdem war der Blick einfach wunderschön. Am Gipfel steht auch ein sehr imposantes Gipfelkreuz mit einem Gipfelbuch.

Aber wir haben uns diesmal nicht eingetragen, da wir langsam etwas Zeitstress hatten, wenn wir nicht im Dunkeln zurückgehen wollten. Deshalb blieben wir leider nicht lange oben. Für den Rückweg habe ich uns über eine etwas andere Route navigiert. Wir kamen dann etwas oberhalb bei der Brücke wieder heraus, gingen die Straße ein Stück hinauf und folgten ihr bis zur Teichwiese, wo wir wieder auf den Herzsteinweg trafen. Von dort ging es durch den Wald und auch teilweise recht steil bergab. Später kommt noch einmal eine Straße, dann ein kürzes Stück über eine Wiese mit Bachquerung und dann wieder in den Wald. So folgt man den Schildern bis sich die Wege wieder vereinen und schließlich zurück zum Ausgangspunkt.

Eine kleine Kritik möchte oder muss ich auch anbringen. Denn die angegebenen Zeiten passen meiner Meinung nach überhaupt nicht. Ich hatte ursprünglich mit etwa 3,5 Stunden für die gesamte Runde gerechnet, da dies auf Bergfex so angegeben war. Dabei ist allein der Herzsteinweg von Ysper schon mit rund drei Stunden veranschlagt und der Aufstieg von der Brücke zur Burgsteinmauer dauert zusätzlich etwa 40 Minuten. Das heißt, mindestens eine weitere Stunde kommt noch hinzu.

Für uns sind diese 3,5 Stunden definitiv nicht realistisch und wir zählen wirklich nicht zu den langsamen Wanderern. Ich würde die Runde eher mit rund 5 Stunden einplanen und mit Pausen sogar mit 6 Stunden. Solche Zeitangaben empfinde ich daher als etwas irreführend und verantwortungslos. Insgesamt haben wir am Ende etwa 23 Kilometer zurückgelegt und haben ziemlich genau 5 Stunden gebraucht. Bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages erreichten wir unser Auto wieder.

Danach hatten wir einen riesigen Hunger und sind noch nach Leiben in eine Pizzeria gefahren. Das Lokal war richtig urig und wir hatten fast das Gefühl, eine Zeitreise unternommen zu haben. Das Essen schmeckte hervorragend und der Service war echt freundlich. Danach ging es wieder nach Hause und damit endet auch unser kleiner Reisebericht.

Eine Tour, die uns landschaftlich begeistert hat, aber zeitlich nicht unterschätzt werden sollte. Wir kommen definitiv noch einmal wieder – dann allerdings mit mehr Zeit im Gepäck.

1000 m |                       Burgsteinmauer
 950 m |                        ▲
 900 m |                       / \
 850 m |             Herzstein     \
 800 m |           /                \
 750 m |  Totenkopf / Weißenberg     \
 700 m |         /                    \
 650 m |        /                      \
 600 m |       /                        \
 550 m |      /                          \
 500 m | Ysper                            Ysper
       -----------------------------------------
        0h   1h    2h    3h    4h    5h

Info: Hier mehr zum Herzsteinweg mit der Burgsteinmauer. Achtung: Die Gehzeit beträgt eher etwa 5 Stunden.

Lokal: Pizzeria Morino


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