Unterwegs im Kremstal-Canyon zur Teufelskirche

Dieses Mal ging es nach Albrechtsberg an der Großen Krems ins Waldviertel. Von St. Pölten über fuhr ich komplett im Nebel entlang der Donau bis nach Weißenkirchen in der Wachau. Von dort schlängelte sich die Straße über vier Kehren hinauf zum Aussichtsparkplatz. Genau dort begann sich der Nebel zu lichten. Im strahlenden Sonnenschein konnte ich dort mein erstes Foto des Tages machen. Ein perfekter Start!

Danach ging es weiter über Seiber nach Lobendorf zum Ausgangspunkt unserer Wanderung bei der Maigen-Mühle. Dort erwarten einen der geologische Lehrpfad entlang der Kleinen Krems und die eindrucksvolle Burg Hartenstein sowie der abenteuerliche Vettersteig.

Der geologische Lehrpfad ist ein wunderschöner Weg, der stets entlang der Kleinen Krems verläuft. Man befindet sich hier mitten im beeindruckenden Kremstal-Canyon. Einer wildromantischen Schlucht mit steilen Felswänden, moosbewachsenen Steinen und dem glasklaren Wasser der Kleinen Krems. Die Felsformationen erzählen von der langen geologischen Geschichte des Waldviertels und machen den Weg nicht nur landschaftlich, sondern auch fachlich spannend. Immer wieder eröffnen sich spektakuläre Blicke in den Canyon, während Infotafeln die Entstehung der Gesteine und die Besonderheiten der Region erklären.

Man muss nicht weit gehen und schon bald erblickt man die markante Burg Hartenstein. Hoch über dem Tal thront sie auf einem Felssporn und bietet ein großartiges Fotomotiv. Entlang des Flusses stößt man immer wieder auf kleine Höhlen und besondere Plätze. Die Gudenushöhle konnte ich leider nicht besichtigen, da der Bach zu viel Wasser führte.

Schließlich erreichte ich die Abzweigung zum Vettelsteig. Dabei handelt es sich um einen kleinen, aber abwechslungsreichen Klettersteig der Kategorie B und somit gut für Einsteiger geeignet. Ungeübte sowie Kinder sollten jedoch unbedingt eine entsprechende Klettersteigausrüstung bzw. ein Sicherungsseil in Betracht ziehen. Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall Voraussetzung. Wie immer gilt: Bei Nässe ist besondere Vorsicht geboten, da die Felsen rutschig werden können. Ursprünglich wollte ich eigentlich auf den Wotanfelsen auf der gegenüberliegenden Seite, doch die Lust auf ein kleines Abenteuer siegte.

Der Vettelsteig beginnt mit einem steilen, aber gut machbaren Einstieg. Gleich zu Beginn merkt man, dass hier Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt sind. Mehrere seilversicherte Passagen führen über Felsstufen und ausgesetzte Querungen, dazu kommen einige Leitern, die dem Steig seinen besonderen Charakter verleihen. Technisch ist er nicht schwierig, aber abwechslungsreich und landschaftlich spektakulär.

Ein absolutes Highlight ist die sogenannte „Teufelskirche“ – eine markante Felsformation mit Leitern, bei der man von einer Leiter zur nächsten wechselt und förmlich durch den Fels „hindurchsteigt“. Diese Passage ist nicht nur spannend, sondern auch optisch beeindruckend. Mein Tipp den Rucksack besser unten lassen weil oben in der kleinen Höhle ist es wirklich eng.

Später bei der Teufelsrast angekommen, legte ich eine Pause ein. Von hier oben bietet sich ein weiter Blick über das Kremstal und die sanft hügelige Landschaft des Waldviertels. Der Kontrast zwischen dem tief eingeschnittenen Canyon und den weiten Hochflächen ist besonders schön. Vor allem bei so einem traumhaften Tag im Sonnenschein.

Dann ging es weiter zum Steinernen Saal und zur Eichmeyerhöhle. Dieser Abschnitt wirkte besonders beeindruckend und hatte fast etwas Mystisches. In der Eichmeyerhöhle entdeckten Forscher Überreste von 27 Säugetierarten und 8 Vogelarten. Der Steinerne Saal beeindruckt mit einem rund 30 Meter breiten Felsdach und unzähligen Granit-Steinmandln. Schließlich gelangt man wieder zur Gudenushöhle und zur Kleinen Krems. Der Rückweg führte wieder über die Brücke und vorbei an der Burg Hartenstein. Der Bach begleitete uns noch bis zum Parkplatz. Das Spiel von Licht und Schatten zwischen den Felsen sowie die besondere Stimmung dieses Naturraums bleiben mir noch lange in Erinnerung.

Eine wunderschöne Wanderung mit abwechslungsreichem Kontrastprogramm. Ruhige Naturwege und ein spannender Klettersteig verbinden sich zu einem großartigen Erlebnis im Herzen des Waldviertels. Danach bin ich noch etwa eine halbe Stunde zur Fesselhütte gefahren, um den Tag gemütlich bei einem Essen ausklingen zu lassen. Leider hatte ich ein wenig Pech, denn die Küche hatte bereits geschlossen und es gab nur noch Schnitzel mit Pommes. Ein anderes Lokal wollte ich aber nicht mehr suchen, also blieb ich einfach dort. Im Nachhinein war das eine gute Entscheidung und es hat mir wirklich sehr gut geschmeckt. Generell finde ich es dort einfach nett und auch das Essen ist wirklich empfehlenswert. Ich war schon einmal dort und komme bestimmt gerne wieder.

Eine rundum gelungene Tour mit traumhafter Landschaft, spannenden Felsformationen und einem kleinen Kletterabenteuer. Das Kremstal hat mich wirklich begeistert und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Damit endet mein kleiner Wanderbericht und bis zur nächsten Tour!

Infos: Hier mehr zum Klettersteig sowie dem Kremstal Canyon und dem Parkplatz bei der Maigen-Mühle

Lokal: Fesselhütte


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