Wandern in der Falkenschlucht bei Türnitz

Die Falkenschlucht bei Türnitz stand schon länger auf meiner Liste und an diesem klaren Freitag bot sich endlich die Gelegenheit, sie zu erkunden. Die winterlichen Bedingungen, das wenige Tageslicht und die ruhige Jahreszeit versprachen eine besondere Stimmung. Es wurde ein kurzer Ausflug, der landschaftlich und atmosphärisch mehr bot, als ich erwartet hatte.

Ich bin am späten Vormittag von St. Pölten losgefahren, wie so oft durch das Traisental an Lilienfeld vorbei und weiter bis zur Ortschaft Türnitz. Dort habe ich noch kurz bei einem Supermarkt angehalten und mir einen kleinen Proviant geholt. Danach ging es weiter durch den Ort in Richtung Weidenau. Dort bis zum Ende der Straße, dann noch ein kurzes Stück über die Schotterstraße und schließlich habe ich beim Eisernen Tor geparkt.

Zur selben Zeit machte sich auch ein anderer Wanderer fertig. Wir plauderten kurz miteinander, bis sich unsere Wege trennten. Ab da war ich dann komplett allein auf dem Weg zur Schlucht. Vom Parkplatz sind es etwa 45 Minuten bis zur Falkenschlucht.

Ich war gut eingepackt, doch im engen Zwischental zur Falkenschlucht war es richtig eisig. Die Sonne schien zwar, aber der Weg schlängelte sich ständig, sodass ich immer wieder zwischen Schatten und Licht wechselte. Neben mir plätscherte der Retzbach mal leiser, mal lauter und begleitete mich auf meinem Weg. Über mir strahlte der Himmel in einem intensiven Blau und bald erreichte ich den Eingang zur Falkenschlucht.

In der Schlucht selbst wurde es etwas wärmer, doch gleichzeitig auch ein wenig gruseliger. Tauwasser tropfte auf die teilweise gefrorenen Blätter am Boden und das Knirschen der Schuhe auf dem Eis verlieh der Szenerie eine ganz eigene Stimmung. Die Schlucht ist gut begehbar, aber an einigen Stellen recht steil. Unterwegs quert man mehrmals den Falkenbach über Steine und die Nixhöhle kann man ebenfalls besichtigen. Aber Achtung, nicht mit der Nixhöhle in Frankenfels verwechseln. Das Highlight ist jedoch die enge Passage, über die ein Steg führt und an der man zu beiden Seiten den Fels mit den Händen berühren kann. Dazu schaut es einfach echt spektakulär aus.

Danch erreichte man recht bald das Ende der Schlucht und man kommt bei einer Forststraße raus. Eigentlich hatte ich geplant, noch weiter zum Tirolerkogel zu gehen. Ein kurzer Blick auf die Uhr genügte, um mir klarzumachen, dass mir nur noch rund zwei Stunden Tageslicht blieben. Also machte ich mich über die Forststraße wieder auf den Rückweg zum Eisernen Tor.

Vorbei am Eingang der Falkenschlucht wurde es wieder sofort spürbar kälter. Die letzten Meter legte ich bei schwindendem Tageslicht zurück und Nebel zog auch auf. Ich war froh, wieder beim Auto zu sein, denn inzwischen war ich doch ziemlich durchgefroren. Die Schatten wurden länger und bald brach die Nacht herein. Die Heimfahrt nach St. Pölten verlief dann im dichten Nebel.

Das war mein kurzer, aber sehr schöner Ausflug in die Falkenschlucht. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und dann auch den Tirolerkogel mitnehmen.

Ein paar Infos zum Schluss:
Vom Parkplatz bis zum Schluchteingang braucht man ungefähr eine gute Stunde, für die Schlucht selbst etwa 30 Minuten. Die Länge wird mit rund 600 Meter angegeben und die Breite zwischen 6 und 20 Meter. Die Felswände ragen dazu stellenweise bis zu 100 Meter hoch und man folgt immer dem Falkenbach bis hinauf zur Forststraße. Gerade im Winter sollte man besonders auf geeignetes Schuhwerk achten, da es durch Eis und Nässe sehr rutschig sein kann. Eine gewisse Trittsicherheit und sportliche Grundkondition sind daher empfehlenswert. Parkmöglichkeit in Weidenau 23, 3184 Weidenaurotte.


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