Da ich einen Tag schon früher frei bekam, nutzte ich die Gelegenheit für eine vorweihnachtliche Wanderung nach Halltal. Die Gegend eignet sich hervorragend für eine ruhige Zwei-Gipfel-Tour abseits stark frequentierter Wege. Also wieder einmal etwas früher aus dem Bett, gemütlich gefrühstückt und dann ab Richtung Mariazell.
In Kernhof zeigte das Autothermometer –8 Grad an und als ich in Halltal ankam hatte es noch –2 Grad. Ich stellte das Auto direkt im Ort ab und packte alles zusammen.
Mein erstes Ziel war die Hohe Student (1539 m). Gleich über der Brücke steht auch schon das erste Hinweisschild. Am Bauernhof vorbei ging es von Beginn an bergauf. Bald überquerte ich eine Wiese und der Weg führte mich weiter in den Wald. Dort quert man später eine Forststraße und ansonsten hört man nur das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. Auch mal gelegentliches Vogelgezwitscher und ansonsten absolute Ruhe.
Bald gelangt man zurwieder zu einer Forststraße und der folgt man ein Stück. Ab hier bietet sich erstmals eine schöne Aussicht. Dann kommt man zu einer Abzweigung und so wieder auf einen Waldweg. Dieser Abschnitt ist besonders angenehm und gemütlich zu gehen. Schließlich erreicht man eine Lichtung, an der es etwas knifflig wird: Mehrere Hinweisschilder hängen an einem Baum. Das Schild zum Gipfel zeigt jedoch Richtung zur Haselspitz und nicht zur Hohen Student. Daher folgte ich zunächst weiter der Route Richtung Freinsattel, wo man schließlich zur Studentalm gelangt.
Ab hier habe ich mich etwas verlaufen und keinen markierten Weg zum Gipfel gefunden. Irgendwie und irgendwo habe ich wohl eine Abzweigung übersehen. Also bin ich von der Alm einfach direkt hinaufgestiegen. War etwas steiler aber machbar. Oben angekommen auf der Hohen Student steht wirklich ein sehr kleines Gipfelkreuz. Doch die Aussicht ist dafür umso schöner und das erstes Gipfelkreuz ist geschafft.
Anschließend bin ich intuitiv dem Verbindungsweg zur Haselspitz gefolgt. Das war nicht ganz einfach, da Schnee lag und die Orientierung dadurch etwas erschwert wurde. Nach gut 15 Minuten erreichte ich aber den etwas niedrigeren Gipfel der Haselspitz (1534 m). Hier ist das Gipfelkreuz deutlich größer und die Aussicht ist genauso beeindruckend. Der Blick reicht vom Dürrenstein über den Ötscher und die Gemeindealpe bis zum Hochschwab, Ebenstein, Riegerin und Scheiblingstein. Eine wirklich großartige Rundumsicht auf das Mariazellerland.
Auf der Haselspitz legte ich eine Pause von gut einer halben Stunde ein und genoss meine Jause. Die Ruhe und die Sonne im Gesicht waren total entspannend. Nur der Wind war ziemlich kalt, sonst wäre ich sicher noch länger geblieben. Schließlich machte ich mich wieder auf den Weg und stieg hinunter. Nach ein paar Schritten drehte ich mich noch einmal zum Gipfelkreuz um, doch es war bereits hinter der Kuppe verschwunden. Der Abstieg war etwas steiler, aber nach etwa 12 Minuten erreichte ich wieder die Lichtung. Von dort ging es auf dem gleichen Weg zurück.
Die Rundwanderung hebe ich mir für ein anderes Mal auf. Abgesehen vom leisen Geräusch meiner eigenen Schritte und dem gelegentlichen Zwitschern der Vögel war es völlig still und friedlich. Die Sonne wärmte angenehm und der Tag präsentierte sich unter strahlend blauem Himmel. Nur wenig Schnee und gut erkennbare Markierungen mit abwechslungsreichen Wegabschnitten machten diese Tour zu einem besonders schönen Erlebnis.
Insgesamt war ich entspannt etwa fünf Stunden unterwegs, bis ich wieder beim Auto ankam. Die Tour war wunderschön. Mit sonnigen Lichtungen, stillen Waldwegen und tollen Aussichten machten jeden Schritt lohnenswert. Ich kann sie wirklich nur empfehlen. Für die reine Gehzeit würde ich etwa vier Stunden einplanen und die Tour als leicht einstufen.
Zur Anmerkung: Ich bin denselben Weg zurück nach Halltal gegangen und nicht die Runde. Da die Wege relativ selten begangen werden, sind sie sicher verwachsen im Frühling/Sommer und man sollte eher vielleicht lange Hosen tragen. Außerdem ist ein guter Orientierungssinn oder GPS-Unterstützung sicher von Vorteil.


















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