Auf den Muckenkogel über den Wasserfallsteig

Da es an diesem Wochenende richtig heiß wurde, bin ich zum Muckenkogel nach Lilienfeld gefahren. Mein Plan war ganz einfach: Im schattigen Wald hinaufwandern und zu Mittag mit dem Sessellift wieder hinunterfahren. Der Muckenkogel ist ja nur einen Steinwurf von St. Pölten entfernt und ich kenne dort auch viele Wege. Davor hatte ich allerdings noch zu Hause den Rasen gemäht und bin deshalb erst am späten Vormittag losgefahren.

Ganz entspannt fuhr ich über Wilhelmsburg nach Lilienfeld. Auf der Straße war kaum etwas los und nur in Traisen legte ich bei einem Supermarkt einen kurzen Stopp ein. In Lilienfeld biegt man links ab und fährt am imposanten Stift Lilienfeld vorbei. Anschließend folgt man den Wegweisern zur Sesselbahn und parkt das Auto bei der Talstation. Der Parkplatz war trotz des heißen Wetters gut belegt.

Ich packte meinen Rucksack und machte mich auf den Weg. Es war schon richtig heiß und keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen. Ich entschied mich dafür, über den Wasserfallsteig und die Lilienfelder Hütte zur Bergstation aufzusteigen. Auf den schattigen Wald freute ich mich dabei ganz besonders.

An diesem Tag war einiges los und deutlich mehr Wanderer als erwartet waren unterwegs. Die meisten gingen direkt zur Talstation und fuhren mit dem Sessellift hinauf. So begann ich meine Wanderung ganz allein und das sollte bis zur Lilienfelder Hütte auf etwa 952 Metern auch so bleiben.

Zunächst folgte ich der Forststraße bis zum ersten Hinweisschild und bog dort auf einen schmalen Waldweg ab. Eine Zeit lang blieb der Sessellift noch in Sicht, doch nach einigen Minuten verschwand er zwischen den Bäumen und ich war endgültig von der Ruhe des Waldes umgeben. Aber selbst dort war es stellenweise noch recht heiß. Sobald sich das Blätterdach jedoch schloss, wurde es angenehm kühl.

Im Moment führte der Bach nur sehr wenig Wasser und von einem richtigen Wasserfall konnte eigentlich keine Rede sein. Im Frühjahr präsentiert sich dieser Abschnitt jedoch von seiner schönsten Seite. Dann rauscht das Wasser mit voller Kraft talwärts und der Wasserfall mit dem Bach wirkt wirklich beeindruckend.

Ich war schon lange nicht mehr hier gewesen und war erneut erstaunt, wie abwechslungsreich und reizvoll dieser Steig ist. Mit seinen schmalen Pfaden, den felsigen Passagen und der herrlichen Waldkulisse macht er einfach immer wieder Spaß.

Angenehm schlängelte sich der Weg, stellenweise auch etwas ausgesetzt, immer weiter bergauf. Dabei überquert man zwei Brücken und passiert eine eindrucksvolle Stiegenkonstruktion – wirklich imposant. An einigen Stellen wird der Steig richtig steil und man erreicht bald eine Forststraße.

Um möglichst lange im schattigen Wald zu bleiben, folgte ich von dort anschließend dem Jägersteig. So erreichte ich schon bald die Lilienfelder Hütte auf 952 Metern. Die draußen angeschriebenen Marillenknödel hätten mich beinahe schwach werden lassen. Ich widerstand der Versuchung jedoch und ging lieber weiter, denn zu Hause wartete noch ein gutes Essen meiner Frau auf mich.

Hinter der Hütte führte der Weg zunächst noch am Waldrand bergauf. Mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht beeindruckender. Bald verließ ich den Schatten endgültig und folgte einer Forststraße bis zu einer Kreuzung. Links gelangt man direkt zur Bergstation und rechts zum Almgasthaus Klosteralm auf 1.060 Metern. Ich war neugierig, ob dort etwas los war und wanderte noch das kurze Stück zur Hütte. Direkt dahinter geht es den Hang hinauf und nach etwa zehn Minuten erreicht man auch die Bergstation.

Die Aussicht war wirklich wunderschön. Den Ötscher konnte man schon von Weitem erkennen und auch die umliegende Berglandschaft präsentierte sich von ihrer schönsten Seite. Bei der Bergstation suchte ich mir unter dem Schatten eines großen Baumes ein gemütliches Plätzchen, genoss meinen etwas warmen Eiskaffee und ließ den herrlichen Ausblick auf mich wirken. Oben waren nur vereinzelt andere Wanderer unterwegs, sodass eine angenehme Ruhe herrschte.

Nach einer guten halben Stunde machte ich mich schließlich auf den Weg zur Bergstation und fuhr mit der Einsitzer-Sesselbahn hinunter. Die Fahrt dauert etwa zwanzig Minuten und genau das macht ihren besonderen Reiz aus. Langsam und ruhig geht es talwärts, während man den herrlichen Ausblick genießen kann. Unten angekommen holte ich mir noch das Ticket, das ich oben nicht erhalten hatte.

Mit der Niederösterreich-CARD ist die Fahrt kostenlos und die Mitarbeiter der Sesselbahn waren sehr freundlich. Sie rieten mir sogar, das Ticket aufzubewahren, da ich auch die Bergfahrt noch frei hätte. Wirklich eine nette Geste. Das werde ich wahrscheinlich im September nutzen und dann den Zdarsky-Rundweg gehen. Vielleicht verbinde ich die Tour noch mit einer kleinen Stärkung in der Lilienfelder Hütte und wandere anschließend wieder über diese Route ins Tal.

Als ich wieder beim Auto angekommen war, packte ich alles zusammen und fuhr zurück nach St. Pölten. Allerdings noch nicht nach Hause, sondern zuerst zum Ratzersdorfer See. Nach der Wanderung freute ich mich auf eine erfrischende Abkühlung und sprang gleich ins Wasser. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich ganz entspannt im Schatten eines Baumes mit Lesen und Schwimmen.

So ging ein wunderschöner Sommertag langsam zu Ende. Das war es auch schon wieder mit diesem Bericht und bis zum nächsten Mal!

Tipp: Hier mehr zur Ausflugskarte von Niederösterreich

Geschichtlicher Hintergrund:

Der Muckenkogel gilt als Wiege des alpinen Skilaufs in Österreich. Hier entwickelte der Skipionier Mathias Zdarsky Ende des 19. Jahrhunderts seine Skifahrtechnik und veranstaltete 1905 den ersten Torlauf der Skigeschichte. Seine Lehrmethoden und die von ihm entwickelte Lilienfelder Skifahrtechnik prägten den alpinen Skisport nachhaltig. Noch heute erinnern der Zdarsky-Rundweg sowie mehrere Gedenkstätten am Muckenkogel an sein Wirken und machen den Berg zu einem Ort mit besonderer sporthistorischer Bedeutung.

Details zur Tour

  • Strecke: ca. 4,5 km
  • Dauer: ca. 2,5 Stunden
  • Höhenunterschied: ca. 212 m Aufstieg und 212 m Abstieg
  • Startpunkt: Talstation Muckenkogel-Sessellift
  • Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer

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