Der Tag begann einfach perfekt. Meine Frau und ich gönnten uns einen ausgiebigen Brunch in einem gemütlichen Café hier in St. Pölten. Auf der Terrasse machten wir es uns im Schatten eines Sonnenschirms gemütlich. So konnten wir in aller Ruhe unser köstliches Frühstück genießen und dabei die Fische und Libellen im vorbeifließenden Mühlbach beobachten. Wir redeten lange und lachten viel. Dabei ließen wir einfach die Seele baumeln und genossen diese kleine Auszeit vom Alltag. Ein wunderschöner Vormittag mit etwas Sommerfeeling. So darf ein Tag gerne beginnen.
Nachdem meine Frau zur Arbeit gefahren war, machte ich mich am frühen Nachmittag selbst auf den Weg. Mein Ziel war ein kleines Naturjuwel im Mostviertel – der Kendler Wasserfall in St. Georgen an der Leys. Auf diese Tour war ich eher zufällig im Internet gestoßen und sie machte einen interessanten Eindruck. Außerdem war es nicht weit zu fahren und die Strecke sollte auch nicht besonders anspruchsvoll sein.
Meine Fahrt führte mich über Obergrafendorf nach Kilb und weiter bis Texing. Dort legte ich noch einen kurzen Stopp beim Supermarkt ein und dann ging es schon weiter. Kurz vor St. Georgen an der Leys führte mich eine schmale Straße vorbei an wunderschön gelegenen Bauernhöfen bis zum Parkplatz. Schon vom Auto aus entdeckte ich das erste Hinweisschild und den Mostbrunnen. Ich richtete meine Wandersachen zusammen und dann konnte die Wanderung beginnen.
Schon von Anfang an gefiel mir die Landschaft und ich wollte hier schon seit längerem einmal eine Wanderung machen. Über einen Güterweg ging es hinein in den schattigen Wald. Vorbei am Mostbrunnen folgte ich den Wegweisern in Richtung Wasserfall. Der Weg führte die meiste Zeit nur leicht bergauf und war stellenweise ziemlich verwachsen. Also eine lange Hose wäre heute eindeutig die bessere Wahl gewesen.
Die derzeitige Hitzewelle war deutlich zu spüren. Während im schattigen Wald eine angenehme Kühle herrschte, wurde es sofort wieder warm, sobald der Weg aus dem Schutz der Bäume hinausführte. Nach gut einer halben Stunde erreichte ich schließlich den etwas steileren Abstieg zum Kendler Wasserfall. Und dieser ist wirklich einen Besuch wert.
Tatsächlich führte er etwas Wasser und ein kleines Rinnsal floss stetig die Felswand hinab. Der Wasserfall liegt eingebettet in einer kleinen Schlucht und hat schon eine besondere Atmosphäre. Auch wenn der Wasserfall selbst nicht wirklich groß war, ist die Kulisse ausgesprochen reizvoll. Auf alle Fälle lädt der Ort dazu ein, einen Moment innezuhalten und die Natur auf sich wirken zu lassen.
Neben dem Weg nach unten drehte sich ein Miniaturmühlrad und mehrere Sitzbänke luden dazu ein, die Ruhe zu genießen. Überall plätschert und tropft das Wasser. Eine wirklich beruhigende Geräuschkulisse. Ich blieb schließlich gut eine Stunde dort sitzen und hörte einfach dem Wasser zu. Dabei genoss ich die angenehme Ruhe und den herrlichen Waldduft. Genau solche Momente machen für mich den Reiz solcher Ausflüge aus.
Eigentlich wollte ich den Rückweg als Runde gehen. Nach dem Wasserfall führte der Weg zunächst ein ordentliches Stück steil bergab. An einer späteren Abzweigung wollte ich auf den Weg 4a wechseln und von dort wieder zurück zum Mostbrunnen gelangen. Doch irgendwann war Schluss. Die Strecke war teilweise hüfthoch zugewachsen und bestand fast nur noch aus Brennnesseln. Darauf hatte ich ehrlich gesagt überhaupt keine Lust. Also blieb mir nichts anderes übrig, als umzukehren und das ziemlich steile Stück wieder bergauf zurückzugehen. So ging es schließlich auf demselben Weg wieder retour.
Zurück beim Mostbrunnen gönnte ich mir noch einen herrlich gekühlten Apfel-Hollersaft direkt aus dem Brunnen. Schon beim Öffnen kam mir dieser wunderbar fruchtige Duft entgegen und genauso gut hat der Saft dann auch geschmeckt. Ich saß noch etwa eine Viertelstunde im Schatten und genoss die Aussicht. Man blickte dabei hinunter auf St. Georgen an der Leys und über die sanfte Hügellandschaft. Ein wirklich entspannter Abschluss. Danach fuhr ich auf demselben Weg zurück nach St. Pölten.
Mein Fazit? Eine lange Hose gehört bei solchen Wanderungen wohl künftig öfter ins Gepäck. Gerade wenig bekannte und damit weniger begangene Wanderwege sind leider immer wieder stark zugewachsen. Dennoch hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt. Der Kendler Wasserfall ist ein kleines Naturjuwel und die Landschaft rund um St. Georgen an der Leys hat mich begeistert.
Eigentlich hatte ich ursprünglich eine rund vierstündige Rundwanderung geplant, die direkt im Ort beginnt. Dafür war es dieses Mal von der Uhrzeit her aber schon etwas zu spät. Diese Tour werde ich bei Gelegenheit definitiv nachholen. Aber dann mit ausreichend Zeit und idealerweise an einem etwas kühleren Tag. Bis zum nächsten Mal!
































Info: Hier mehr zum Spitzencafe in St. Pölten und zum Parkplatz beim Mostbrunnen
Details zur Tour:
- Streckenlänge: ca. 6.5 km
- Gehzeit: ca. 1h30
- Höhenmeter: ca. 250 Hm
- Schwierigkeit: leicht
- Startpunkt: Beim Mostbrunnen entlang der Straße
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