Nach dem Besuch der beeindruckenden Burg Rappottenstein stand für mich ein völliger Szenenwechsel auf dem Programm. Geschichte machte nun der Natur Platz. Vorbei am außergewöhnlichen Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ führte mich der Weg in eine wildromantische Schlucht, in der sich der Lohnbach seinen Weg zwischen gewaltigen Granitfelsen bahnt.
Nach der Kaffeepause in der Burgschenke machte ich mich ganz entspannt auf den Weg. Über das malerische Rappottenstein und Kleinnondorf fuhr ich weiter zum Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“, den ich nach rund zehn Minuten erreichte. Am Parkplatz gab es einige Infotafeln und einen Getränkebrunnen. Daneben stand noch eine Bank, die zum Verweilen einlud.
Ich schnürte meine Wanderschuhe und schnappte mir meinen Rucksack. Dann ging es auch schon los. Zuerst führte mich der Weg durch den Skulpturenpark. Das hat mir richtig gut gefallen. Die Wiese war frisch gemäht und so konnte man ganz gemütlich zwischen den Kunstwerken umherschlendern. Etwas schade fand ich nur, dass bei einigen Skulpturen die Beschriftungsschilder bereits komplett ausgebleicht und dadurch kaum noch lesbar waren. Trotzdem ist die Ausstellung wirklich gelungen.
Der Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ wurde im Jahr 2000 eröffnet und zeigt zahlreiche Skulpturen aus Metall und anderen Materialien. Die Werke stammen von verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern und fügen sich harmonisch in die Landschaft des Waldviertels ein. Gerade diese Verbindung von Natur und Kunst macht den Park zu einem besonderen Ausflugsziel.
Gegenüber des Skulpturenparks befindet sich ein Haus, bei dem der Wanderweg zum Lohnbachfall beginnt. Einfach rechts am Haus vorbei und schon führt der Weg auf einem Pfad am Waldrand entlang. Gleich zu Beginn kommt man an einer Informationstafel vorbei und eine liebevoll gestaltete Holzskulptur begrüßt die Besucher am Wegesrand.
Folgt man dem Weg weiter, taucht man wenig später in den Wald ein und bekommt auch schon den Lohnbach zu Gesicht. Der kleine Bach plätschert ruhig dahin und verleiht dem Weg eine besondere Atmosphäre. Den Hinweisschildern folgend wird der Weg langsam etwas schmäler und bald hört man auch schon das Rauschen des Lohnbachs. Gleichzeitig wird die Landschaft immer imposanter. Überall ragen Felsen hervor und rundherum leuchtet das satte Grün des Waldes.
Kurz darauf steht man vor dem beeindruckenden Lohnbachfall und der Steinernen Stube. Die Steinerne Stube ist eine markante Felsformation, die durch Jahrtausende der Erosion entstanden ist und gemeinsam mit dem Lohnbach eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Die gewaltigen Granitblöcke prägen das gesamte Bachbett und sorgen dafür, dass das Wasser an vielen Stellen zwischen den Felsen seinen Weg sucht. Deswegen hört man den Lohnbach aber sieht ihn nicht immer.
Auch das Wetter spielte perfekt mit. Es war bewölkt, zwischendurch kam aber immer wieder die Sonne zum Vorschein. Genau so stelle ich mir perfektes Wanderwetter vor. Außerdem waren erstaunlich wenige andere Wanderer unterwegs. Ganz alleine war ich zwar nicht, aber angenehm ruhig war es auf jeden Fall.
So schön hier! Besonders die Stiegenkonstruktion, die direkt an den Felsen nach oben führt, fand ich richtig cool. Danach ging es sprichwörtlich über Stock und Stein weiter – Wurzeln inklusive. Der schmale Weg führte wunderschön immer am Bach entlang. Zwischendurch laden auch einige Bänke dazu ein, sich auszuruhen und diese herrliche Landschaft einfach auf sich wirken zu lassen.
Kurz darauf überquert man den Bach über eine kleine Brücke. Danach führt der Weg wieder ein Stück bergauf, allerdings nie besonders steil. Die frische Waldluft macht den Anstieg angenehm. Oben angekommen erreicht man schließlich das Steinerne Bründl.
Das Steinerne Bründl besteht aus einem großen Felsen mit einem natürlichen Wasserbecken auf seiner Oberseite. Dem Wasser werden seit vielen Jahren besondere Heilkräfte nachgesagt. Ob das tatsächlich stimmt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Die ruhige und geheimnisvolle Atmosphäre dieses Ortes hat mich aber sofort beeindruckt.
Ich wanderte anschließend weiter und erreichte bald eine kleine Anhöhe. Dort entdeckte ich ein Hinweisschild zu einer Erfrischungshütte. Dahinter verbarg sich ein kleiner Unterstand mit einem Kühlschrank voller Getränke. Bezahlt wird auf Basis einer freiwilligen Spende. Darüber habe ich mich wirklich gefreut, denn inzwischen hatte ich ordentlich Durst und eine Pause war ohnehin längst fällig.
Also machte ich es mir auf einem der beiden Sessel gemütlich und genoss ganz entspannt den Blick über das Weizenfeld hinunter auf die Ortschaft Lohn. Solche Plätze liebe ich einfach.
Danach machte ich mich wieder auf den Weg. Nun ging es leicht bergab, allerdings nie besonders steil. Schon bald kam ich bei einem Bauernhof heraus. Von dort führte der Weg entlang der Straße bis zum Ortsende von Lohn. Rund zwanzig Minuten später erreichte ich wieder die Kreuzung beim Haus, an dem die Wanderung begonnen hatte und keine fünf Minuten danach stand ich auch schon wieder beim Auto.
Ja, das war eine rundum gelungene Wanderung und hat mir richtig gut gefallen. Die Kombination aus dem Skulpturenpark „Kunst zwingt Rost“ und dem Naturdenkmal Lohnbachfall passt einfach perfekt zusammen. Die Wanderung ist abwechslungsreich sowie landschaftlich traumhaft und meiner Meinung nach auch absolut familienfreundlich. Trotz meiner unzähligen Foto- und Trinkpausen war ich insgesamt nur etwa zweieinhalb Stunden unterwegs. Für mich war das wieder einmal ein richtig schöner Ausflug ins Waldviertel.




























Hier geht es direkt zum ersten Teil unseres Ausfluges – Die Burg Rappottenstein – Eine Zeitreise ins Mittelalter
Infos: Hier mehr zum Naturdenkmal Lohnbachfall und zum Parkplatz Lohnbach
Details zur Tour:
- Streckenlänge: ca. 4.5 km
- Gehzeit: ca. 1h45
- Höhenmeter: ca. 113 Hm
- Schwierigkeit: mittel
- Startpunkt: Parkplatz Lohnbach
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