Endlich habe ich es auf den Hochstaff geschafft! Diesen 1.305 Meter hohen Berg wollte ich schon lange einmal besteigen und diesmal hat es perfekt in meine Pläne gepasst. Diese Tour sollte sich als echtes Highlight mit herrlichen Ausblicken über das Mostviertel erweisen.
Ich schlief aus und erledigte zu Hause noch einiges. Deshalb fuhr ich erst am späten Vormittag los. Die Fahrt führte mich von St. Pölten durch das Traisental. In Traisen machte ich noch einen kurzen Halt bei einem Supermarkt. Danach ging es weiter über Rainfeld in die Ortschaft Kleinzell. Dort ging es über den Schneidergraben hinauf zum Parkplatz auf der Ebenwaldhöhe.
Die Ebenwaldhöhe auf 1020 m ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen auf die Reisalpe und zur Kiensteineröde. Heute stand allerdings der Hochstaff auf dem Programm. Über meine Wanderung auf die Reisalpe habe ich bereits einen eigenen Artikel geschrieben. Diesen findet ihr hier.
Ich parkte das Auto und schnappte mir meinen Rucksack. Kontrollierte noch einmal die Kamera und machte mich schließlich auf den Weg. Der Wetterbericht hatte leichte Bewölkung und Regen vorhergesagt. Genauso kam es dann auch – nur mit dem starken Wind hatte ich nicht gerechnet. Für mich war es dennoch perfektes Wanderwetter und ich freute mich schon auf die Tour.
Zunächst folgt man dem breiten Güterweg. Nach nur fünf Minuten kommt man an einer Weide mit Kühen vorbei und dort befindet sich auch das erste Hinweisschild. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn der Aufstieg zum Hochstaff erfolgt über einen unmarkierten Steig. Beim Gatter geht es über die Weide und anschließend leicht bergauf. Der Weg ist gut erkennbar und führt bis zum Waldrand. Ab dort wird er schmaler und auch etwas steiler.
Im Wald begann es leicht zu tröpfeln, doch das dichte Blätterdach schützte mich gut vor dem Regen. So ging ich immer weiter bergauf und erreichte dann eine Art Kreuzung. Hier hätte ich beinahe die Orientierung verloren und der Weg war plötzlich nicht mehr eindeutig zu erkennen. Ein Pfad schien bergab zu führen, was für mich keinen Sinn ergab. Rechts setzte sich jedoch eine kleine Spur fort, die zu einem Weidezaun führte. Diesen überstieg ich und danach ging es gleich wieder steiler bergauf. Von dort war es nicht mehr weit bis zum Gipfelkreuz mit dem Gipfelbuch.
Nach dem letzten kurzen Stück durch den Wald öffnete sich plötzlich der erste schöne Ausblick. Nach einer kleinen Anhöhe stand ich schon beim wunderschönen Gipfelkreuz. Wow – was für ein Panorama! Man konnte sogar bis nach St. Pölten sehen. Links erhebt sich direkt die Reisalpe und daneben ist der markante Ötscher gut zu erkennen. Auch den Muckenkogel mit seinem Sendeturm sowie den Schneeberg konnte man am Horizont ausmachen.
Ich packte meine Jause aus und machte es mir am Gipfel so gemütlich wie möglich. Es blieb den ganzen Aufenthalt über sehr windig und die Wolken wechselten sich immer wieder mit sonnigen Abschnitten ab. Tatsächlich brauchte ich sogar meine Jacke, denn sobald die Sonne wieder weg war, wurde es durch den Wind richtig kühl.
So verbrachte ich rund eine Stunde am Gipfel und genoss meine Jause. Immer wieder ließ ich den Blick über die herrliche Landschaft schweifen und lauschte dem Wind. Es war einfach wunderschön. Abgesehen von zwei anderen Wanderern, die nicht lange blieben, hatte ich den Gipfel ganz für mich allein. Ich trug mich noch ins Gipfelbuch ein und machte mich wieder auf den Weg.
Ich entschied mich spontan, die Wanderung zu einer Runde auszudehnen. Eigentlich wollte ich ursprünglich denselben Weg zurückgehen, aber ich hatte noch Lust weiterzugehen. Der Weg war größtenteils intuitiv gut zu finden, sodass ich ohne größere Probleme den richtigen Weg fand. Nur auf einem Weidenstück musste ich kurz suchen, doch die aufgeschichteten Steinmännchen zeigten mir die richtige Richtung. Teilweise war der Weg auch recht zugewachsen und einige improvisierte Gatter waren noch zu überwinden.
Während des Abstiegs boten sich immer wieder schöne Ausblicke zur Kleinzeller Hinteralm. Diese wäre zu dieser Jahreszeit sogar bewirtschaftet gewesen. Noch einmal ging es steil bergab und bald erreichte ich die Forststraße. Dort begrüßten mich wieder die ersten Wegweiser und schon bald stand ich an einer Weggabelung. Links ging es zur Kleinzeller Hinteralm und rechts zurück zum Parkplatz.
Da ich bereits am Gipfel gegessen hatte, ließ ich die Hütte aus und ging direkt zurück zum Auto. Die breite Forststraße führte abwechslungsreich einmal leicht bergauf und dann wieder bergab. Geschützt vom Wald wanderte ich gemütlich dahin und am Ende ging es noch einmal etwas hinauf. Wenig später erreichte ich wieder die Weide mit dem Gatter, an der meine Wanderung begonnen hatte. Von dort war es nicht mehr bis zum Parkplatz.
Es war eine wunderschöne Rundwanderung mit rund drei Stunden Gehzeit, die ich wirklich jedem empfehlen kann. Einen so tollen Ausblick über das wunderschöne Niederösterreich bekommt man nicht alle Tage. Außerdem ist die Ebenwaldhöhe mit der Reisalpe generell ein tolles Wandergebiet und ist immer einen Besuch wert.
Bis zum nächsten Mal und damit endet auch dieser Wanderbericht.
























Infos: Hier mehr zur Wanderung auf den Hochstaff und zum Parkplatz Ebenwaldhöhe
Details zur Tour:
- Streckenlänge: ca. 5.4 km
- Gehzeit: ca. 1h45
- Höhenmeter: ca. 338 Hm
- Schwierigkeit: mittel
- Startpunkt: Parkplatz Ebenwaldhöhe
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