Nach längerer Zeit führte mich mein Weg wieder einmal auf die Rax. Diesmal aber nicht alleine, sondern gemeinsam mit Freunden, um einen gemütlichen Tag in den Bergen zu verbringen. Freut euch auf eine entspannte Hüttenwanderung mit schönen Ausblicken und vielen kleinen Momenten, die diesen Tag unvergesslich gemacht haben.
Diesmal trafen wir uns mit Freunden in Hirschwang an der Rax bei der Talstation der Rax-Seilbahn. Ich hatte bereits Anfang der Woche die Tickets reserviert und freute mich schon sehr auf den gemeinsamen Ausflug. Es sollte eine gemütliche Hüttenwanderung werden und vor allem ein schöner Tag in den Bergen.
Mit Ausschlafen war diesmal allerdings nichts – wir mussten früh aus dem Bett. Nach dem Frühstück richteten wir noch alles her für den Tag und wenig später saßen wir bereits im Auto. Die Anfahrt dauerte zwar etwa eineinhalb Stunden, aber schon die Strecke dorthin machte richtig Spaß. Sie führte uns durch das Traisental nach Rainfeld. Von dort ging es kurvenreich über die Kalte Kuchl und anschließend über eine meiner absoluten Lieblingsstraßen Niederösterreichs ins Höllental. Entlang der Schwarza mit ihren beeindruckenden Ausblicken erreichten wir schließlich die Talstation der Rax-Seilbahn.
Wir waren früh genug unterwegs und bekamen trotz des großen Andrangs problemlos einen Parkplatz. Das Wetter zeigte sich zunächst noch etwas bewölkt und angenehm kühl. Wir waren gespannt, wie die Temperaturen oben am Berg sein würden.
Unsere Freunde verspäteten sich ein wenig, deshalb holten wir inzwischen schon die reservierten Tickets ab. Auch das funktionierte völlig unkompliziert. Ein Mitarbeiter stand im Wartebereich der Talstation und half uns beim Automaten freundlich weiter. Kurz darauf trafen sie auch ein und gemeinsam konnten wir pünktlich mit der gebuchten Seilbahn hinauffahren.
Es war wirklich einiges los und in der Gondel wurde es doch ziemlich eng. Oben angekommen wurden wir zuerst von leichtem Nebel begrüßt. Wir entschieden uns erst einmal auf einen Kaffee zu gehen. So genossen wir noch eine kurze Pause bei der Bergstation und machten uns danach auf den Weg.
Wir folgten der roten Markierung in Richtung Seehütte. Wir waren nicht alleine unterwegs und auch der Nebel lichtete sich jetzt schon ziemlich schnell. Anfangs führte der Weg leicht bergauf und schon bald kamen wir am Ottohaus vorbei. Dort bot sich uns eine richtig schöne Aussicht, aber wir gingen weiter und folgten weiterhin unserem Wanderweg. Obwohl noch viele Wanderer unterwegs waren, wurde es auf dem Abschnitt zwischen dem Ottohaus und der Seehütte deutlich ruhiger.
Gemütlich wanderten wir durch die dichten Latschen bis zur Abzweigung zum Preinerwandkreuz. Die Luft roch herrlich nach den Bergkräutern und inzwischen zeigte sich auch die Sonne immer öfter. Hier an der Abzweigung war die Aussicht beeindruckend und besonders eine markante und vorgelagerte Felsformation zog unsere Blicke auf sich. Es war wirklich schön anzusehen.
Wir blieben auf unserem Weg und wanderten weiter zur Seehütte. Kurz bevor wir die Hütte erreichten, zeigte mir mein Freund tatsächlich ein echtes Edelweiß. Darüber freute ich mich riesig, denn alleine hätte ich die kleine Pflanze wahrscheinlich übersehen. Natürlich pflückte ich sie nicht – das Edelweiß steht unter Naturschutz. Vorsichtig strich ich über die samtigen Blüten und spürte dabei die zarte Besonderheit dieser seltenen Pflanze. Dieser kleine Moment blieb mir besonders in Erinnerung.
Kurz darauf erreichten wir die Neue Seehütte. Dort herrschte reges Treiben und fast alle Tische waren besetzt. Zum Glück fanden wir noch einen freien Platz und wurden anschließend sehr freundlich begrüßt. Unter den schattenspendenden Sonnenschirmen machten wir es uns gemütlich und genossen die wohlverdiente Pause. Das Essen war ausgezeichnet und wir verbrachten die Zeit mit gemütlichem Plaudern. Die Speisen wurden direkt an den Tisch gebracht und die Getränke mussten wir selbst holen.
Besonders interessant fand ich eine handgeschriebene Tafel mit dem Hinweis, dass wir uns hier mitten in einem Karstgebiet befinden. Wasser ist in dieser Höhe nur begrenzt verfügbar und man sollte daher selbst genügend Wasser mitnehmen. Auch auf der Hütte ist die Versorgung dadurch schwieriger und Wasser kostet entsprechend etwas. Eine kleine Information, die viel über die Besonderheit dieser Landschaft erzählt.
Nach unserer ausgiebigen Pause machten wir uns wieder auf demselben Weg zurück bis zur Kreuzung. Dort wechselten wir auf die blaue Markierung in Richtung Preinerwandkreuz. Nun ging es hinauf auf rund 1.783 m. Der Weg wurde noch einmal etwas steiler und schlängelte sich wunderschön den Berg hinauf. Nach ungefähr einer halben Stunde erreichten wir schließlich das schöne Preinerwandkreuz.
Von dort öffnete sich der Blick weit über die umliegenden Berge und tief hinunter ins Tal. Auch der weitere Weg entlang der Geländekante sah bereits richtig toll aus. Allerdings gab es dort oben kaum Schatten und die Sonne zeigte mittlerweile ihre ganze Kraft. Wir machten deshalb nur einen kurzen Fotostopp und dann ging es schon weiter. Immer wieder boten sich herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und tief hinunter ins Tal.
Die Landschaft der Rax ist wirklich beeindruckend und jeder Abschnitt hatte seinen eigenen Reiz. Auch das gut sichtbare Klosterwappen des Schneebergs begleitete uns den ganzen Tag. Bald schon sahen wir von weitem den Jakobskogel mit seinem wunderschönen Gipfelkreuz. Ich ging ein kleines Stück voraus, denn auch diesen Gipfel wollte ich unbedingt erreichen und den Moment dort oben noch kurz genießen. Der letzte Anstieg war nicht besonders schwierig, allerdings war Trittsicherheit auf jeden Fall notwendig.
Was ich unbedingt erwähnen möchte: Der gesamte Weg war stellenweise sehr „speckig“, wie man bei uns sagt. Die Felsen waren durch die vielen Wanderer extrem glatt abgetreten. Gerade an diesen Stellen sollte man besonders aufmerksam gehen und sich Zeit lassen.
Ich blieb aber nicht lange am Gipfel, denn ich wollte meine Frau wieder einholen. Also machte ich mich langsam auf den Rückweg. Schon nach kurzer Zeit konnte ich sie tatsächlich weiter unten auf dem Weg wieder sehen. Die Aussicht war wirklich schön und sogar eine kleine Aussichtsplattform, die Vilma-Haid-Aussicht, lag direkt an unserem Weg. Von hier aus bot sich noch einmal ein schöner Blick auf die umliegende Bergwelt.
Auch das Ottohaus kam nun wieder in Sicht und dort war inzwischen deutlich mehr los als am Vormittag. Wir entschieden uns daher noch für eine kurze Pause und gönnten uns einen Kaffee. Gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit, unsere Rückfahrt mit der Seilbahn zu ändern, da wir unsere ursprünglich geplante Abfahrt knapp verpassen würden. Allerdings war in der nächsten Gondel nicht mehr für alle Platz.
So genossen wir noch einmal das wunderschöne Panorama und machten uns nach der Pause wieder auf den Weg. Beim Ottohaus schloss sich unsere Runde wieder an die rote Markierung an und wir spazierten gemütlich und plaudernd zur Bergstation zurück. Die Stimmung war entspannt und wir genossen noch einmal die letzten Eindrücke dieser schönen Bergtour.
Wir erreichten pünktlich die Bergstation für die Abfahrt. Nach wenigen Minuten fuhr meine Frau gemeinsam mit unseren Freunden schon ins Tal. Ich stellte mich schon an und folgte etwa 15 Minuten später mit der nächsten Gondel. Die Wartezeit verging wie im Flug und ich ergatterte sogar einen Platz fast ganz vorne. Die Aussicht während der Abfahrt war beeindruckend und viel zu schnell erreichte ich wieder die Talstation. Unten angekommen, plauderten wir noch ein wenig und statteten dem Souvenirladen einen kurzen Besuch ab. Danach verabschiedeten wir uns herzlich voneinander und machten uns auf den Heimweg.
Vielleicht war es die Sonne, aber wir beide waren total müde und vor allem richtig hungrig. Deshalb legten wir in St. Pölten noch einen spontanen Zwischenstopp ein und gönnten uns zwei Cheeseburger und einen Hamburger. Nach diesem erlebnisreichen Tag schmeckte das einfache Essen gleich doppelt so gut – und nach einem Eis ging es uns gleich noch besser.
Für mich ist die Rax ein ganz besonderer Berg. Ich war hier schon öfter unterwegs und habe dabei verschiedene Wege und Klettersteige kennengelernt. Jede Tour ist anders und trotzdem entdeckt man bei jedem Besuch wieder neue Wege und schöne Plätze. Wer auf der Rax unterwegs ist, sollte die Sonne allerdings nicht unterschätzen. Durch die Höhenlage kann die Sonneneinstrahlung deutlich stärker sein als im Tal. Ausreichend Wasser sowie Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung sind an sonnigen Tagen daher besonders empfehlenswert.
Wir haben diesen Tag jedenfalls in vollen Zügen genossen. Die schönen Ausblicke und das zufällig entdeckte Edelweiß sowie die vielen gemeinsamen Momente werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Die Rax hat mich wieder einmal nicht enttäuscht und genau das macht diesen Berg für mich so besonders. Das war es schon wieder mit diesem Artikel und bis zum nächsten Mal.
















Der Jakobskogel








100 Jahre Rax-Seilbahn – ein kleines Stück österreichische Technikgeschichte
Die Rax-Seilbahn feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Am 9. Juni 1926 wurde sie als erste Personen-Seilschwebebahn Österreichs eröffnet. Damit wurde das Raxplateau für Besucher wesentlich leichter erreichbar, denn zuvor war der Aufstieg nur zu Fuß oder mit einem Maultier-Wagen möglich. Die nach dem System Bleichert-Zuegg errichtete Bahn galt damals als technisches Pionierprojekt.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Anlage mehrfach modernisiert. Die heutigen Kabinen bieten deutlich mehr Komfort und Sicherheit als die ursprünglichen, historischen Wagen. Die Fahrt von der Talstation in Reichenau an der Rax auf das Raxplateau dauert heute nur rund acht Minuten und überwindet dabei einen Höhenunterschied von etwa 1.000 Metern.
Zum 100-jährigen Jubiläum finden 2026 verschiedene Veranstaltungen und Aktionen rund um die Geschichte der Rax-Seilbahn statt. Ein Jahrhundert nach ihrer Eröffnung ist sie damit noch immer ein wichtiger Bestandteil des Raxgebietes und des Tourismus in der Region.
Info: Hier mehr zur Rax-Seilbahn
Details zur Tour:
- Streckenlänge: ca. 11 km
- Gehzeit: ca. 3h30
- Höhenmeter: ca. 200 Hm
- Schwierigkeit: mittel
- Startpunkt: Bergstation der Rax-Seilbahn
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