Eine wechselhafte Wanderung auf die Stumpfmauer

Echt schön war dieses Wochenende. Ich war auf der Stumpfmauer mit 1770 Höhenmetern. Diese Tour wollte ich schon länger machen und hatte mich sehr darauf gefreut.

Ich habe ausgeschlafen und gut gefrühstückt. Der Wetterbericht sah nicht gut aus, deshalb ließ ich mir Zeit. Am frühen Vormittag bin ich dann losgefahren und ganz gemütlich über die Autobahn bis nach Amstetten. Dort war ich noch tanken, anschließend ging es weiter über Kematen. In diesem Ort überquerte ich die Ybbs das erste Mal über eine Brücke. Direkt in Waidhofen an der Ybbs hielt ich noch bei einem Supermarkt und holte mir eine Kleinigkeit. Eine Jause hatte ich diesmal zwar mitgenommen, aber etwas Süßes fehlte noch.

Von dort ging es weiter entlang der Ybbs und während rechts und links die Hügel immer höher wurden, erreichte ich Hollenstein. Durch den Ort ging es weiter bis nach Wenten. Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz auf etwa 550 Höhenmetern. Also zuerst die Wanderschuhe geschnürt und den Rucksack noch einmal kontrolliert. Dann die Kamera geschnappt und los ging es.

Das Wetter war wirklich wechselhaft und im Sonnenschein startete ich die Tour. Zuerst die Straße hinauf zu einem Bauernhof und vorbei an einem Rehgehege. Dort waren echt viele Rehe und alle schauten mich neugierig an. Beim Bauernhof grasten auf der Weide auch noch Schottische Hochlandrinder. Echt imposante Tiere. Schon bald ging die Straße in einen Schotterweg über und führte weiter durch den Wald.

Dort beginnen dann die Abkürzungen und man quert einige Male die Forststraße. Man könnte allerdings auch einfach auf der Forststraße bleiben, bis der Steig beginnt. Der Wetterbericht stimmte und zwischendurch nieselte es immer wieder leicht. Das Blätterdach schützte mich jedoch und dazu klang das sanfte Prasseln auch noch wunderschön.

Bei etwa 960 m beginnt der gut angelegte Hugo‑Zettl‑Steig. Der Weg ist ziemlich steil und führt durch den Wald – sprichwörtlich über Stock und Stein. Dort machte ich auch irgendwo eine kleine Pause und hatte auch etwas Aussicht. Etwas später kommt man dann in die Latschenzone und bald erreicht man auch einen richtig tollen Rastplatz mit einer Bank. Man befindet sich nun auf etwa 1660 Höhenmetern und auch am Wegrand wurde der Schnee jetzt mehr. Dort erblickte ich auch das erste Mal das Gipfelkreuz im Nebel und die Aussicht wurde immer beeindruckender.

Dann folgt eine Wiese mit einem Wegweiser. Links geht es direkt über den Grat hinauf zum Gipfel und rechts könnte man auch den Stumpfmauer-Rundweg gehen. Ich marschierte jedoch gleich weiter Richtung Gipfel und ab dort ist man eigentlich fast oben. Etwas erschwert wurde der Aufstieg nur durch den Schnee, aber der Weg war trotzdem noch gut zu gehen. Der Schneematsch ließ sich gut treten und bald erreichte ich das Gipfelkreuz.

Leider war der Berg jetzt wieder komplett in Nebel verhüllt. Also machte ich erst einmal eine ausgiebige Pause und der Wind war zu diesem Zeitpunkt auch angenehm ruhig. Während ich meine Jause genoss, tauchten zwischen den Wolken rund um mich immer wieder die Bergmassive der Eisenerzer Alpen sowie des Gesäuses und des Hochschwabmassivs auf. Fast eine Stunde saß ich dort oben und beobachtete dieses Schauspiel aus Sonne und Wolken. Danach packte ich zusammen und schrieb mich ins Gipfelbuch.

Danach stieg ich noch ein Stück den Kopetzky-Steig hinunter und ließ meinen Blick Richtung Tanzboden schweifen. Hätte ich mich etwas besser informiert, wäre ich sogar noch weiter hinunter gegangen. Dort kommt dann das Felsentor und dort dürfte links der Stumpfmauer-Rundweg abzweigen. Da ich mir das vorher aber nicht genauer angesehen hatte, ging ich das kurze Stück wieder hinauf zum Gipfel und machte mich anschließend auf demselben Weg zurück.

Beim Hinuntersteigen fing auch wieder der Wind an und es wurde wieder etwas kälter. Dazu zog es wieder komplett zu und auch der Abstieg mit den Schneefeldern war nochmal eine Herausforderung. Aber bald war ich wieder bei der Wiese und ging über die Latschenfelder hinunter. Der Abstieg war wirklich anstrengend und echt lang. Es ist definitiv eine fordernde Tour mit rund 1200 Höhenmetern.

Etwa eine gute Stunde vom Parkplatz entfernt verließ mich dann auch noch das Wetterglück und es begann richtig zu regnen. Zum Glück dauerte der Regen nicht allzu lange und ich konnte mich unter einem Baum unterstellen. Ließ mir dabei noch das letzte Stück Jause schmecken und wartete den Schauer einfach ab. Kurz vorm Bauernhof fing es noch einmal an, aber da war ich gerade im Wald und konnte dem Regen gut ausweichen.

Beim Auto musste ich mich erst einmal in Sicherheit bringen. Kurz darauf begann es noch einmal richtig zu schütten. Danach packte ich meine Sachen zusammen und ließ den Tag noch einmal Revue passieren. Zurück fuhr ich dann größtenteils über die Bundesstraße. Genoss die herrliche Landschaft und freute mich schon wieder auf zuhause.

Es war eine anstrengende, aber tolle Tour. Trotz Nebel sowie Schnee und wechselhaftem Wetter hatte die Stumpfmauer ihren ganz eigenen Zauber. Vor allem das Spiel aus Wolken und Sonne sowie die immer wieder auftauchenden Berggipfel blieben mir besonders in Erinnerung. Und so endete wieder einmal ein wunderschöner Bergtag.

Infos: Hier mehr zur Wanderung auf die Stumpfmauer in Wenten und zum Parkplatz in Wenten


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